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Erfahrungswissen auszubilden, das die Individualität fördert. Weil der Sozialisationsprozess damit immer zwei Perspektiven beinhaltet, die des Individuums und die der Gesellschaft, haben die meisten Definitionen von Sozialisation typischerweise einen engen Bezug zu entweder eher soziologischen oder eher psychologischen Basistheorien, ohne die der Sozialisationsbegriff heute nicht seine typischen Konturen hätte. Die psychologischen Ansätze beschäftigen sich in erster Linie mit der Auseinandersetzung des Individuums mit seiner inneren Realität im Prozess des Lernens, der Problembewältigung oder Entwicklung. Sie analysieren, in welchen Stufen und Phasen sich die menschliche Persönlichkeit ausbildet, wie die Fähigkeiten zum Wahrnehmen, Denken und Handeln entstehen und wie sie sich bei Übergängen von einem Lebensabschnitt zum nächsten sowie in Krisen- und Spannungssituationen verändern. Sie werden in den letzten Jahren zunehmend durch neurobiologische und manchmal auch humangenetische Ansätze ergänzt. Die soziologischen Zugänge konzentrieren sich hingegen auf die äußere Realität. Sie analysieren die Strukturen der menschlichen Persönlichkeit, die in der Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Gesellschaft entstehen, etwa die Fähigkeit, die vorherrschenden Werte, Normen und Verhaltensmuster zu übernehmen und sich sozialen Gruppen und Organisationen anzuschließen. Der soziologische Zugang ist also auch auf das Individuum gerichtet, er betont aber deutlicher den Anforderungscharakter der sozialen Strukturen, in denen sich ein Mensch entwickelt und seine Bedürfnisse ausbildet. Der soziologische Sozialisationsbegriff ist älter als sein psychologisches Pendant. Der Grund hierfür ist, dass die soziologischen Ansätze früh an Diskussionsstränge der Sozialphilosophie anschließen, die im 19. Jahrhundert noch