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Raw Blame History

6 Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten

prozesses, deren Einfluss auf das Therapieergebnis am besten gesichert ist« (ebd., S. 775). »Die Therapiebeziehung ist (…) zunächst einmal das zentrale Mittel, das positive Potential des Patienten zu aktivieren« (Grawe & Fliegel 2005, S. 691). »Eine reflektierte Gestaltung der Therapiebeziehung [sollte] den Kern jeder Therapieausbildung darstellen« (ebd., S. 692). Spezifisch in Bezug auf die Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen ist die Studienlage noch eher dünn. Die vorhandenen Studien weisen jedoch darauf hin, dass die Beziehung jedoch auch hier eine wichtige Rolle spielt.Eine Besonderheit bei der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen besteht darin, dass nicht nur zum Kind selbst eine Beziehung hergestellt werden muss, sondern auch die Beziehung zu den relevanten Bezugspersonen einen zentralen Faktor darstellt, da sich diese Beziehungen gegenseitig beeinflussen (Borg-Laufs & Hungerige, 2016). Hiervon ausgehend stellt sich die Frage nach den Kennzeichen einer »guten« bzw. »erfolgreichen« Therapiebeziehung. Ein zentrales Element ist das der »Passung« zwischen Therapeut und Patient. Dabei scheint es so, dass das, was diese Passung ausmacht, vor allem »Sympathie«, relativ schwer empirisch zu fassen ist (vgl. z. B. Huf 1992): Orlinsky & Howard (1987) haben versucht, den komplexen Prozess der Passung genauer in Kategorien zu fassen: • die Passung zwischen Behandlungsmodell und Störungsmodell • die Passung zwischen Patient und Behandlungsmodell • die Passung zwischen Therapeut und Patient • die Passung zwischen Therapeut und Störung des Patienten. Zwischen diesen Ebenen bestehen vielfältige Wechselwirkungen (c Abb. 6.3). Die Passung ist übrigens auch in sozialpädagogischen Prozessen ein wesentliches Element für den Erfolg von Interventionen (vgl. Fröhlich-Gildhoff 2003a, FröhlichGildhoff et al. 2006). Während auf Seiten des Therapeuten offensichtlich die Realisierung entwicklungsförderlicher Beziehungsparameter v. a. die sogenannten »Basisvariablen»(Empathie, Echtheit, Akzeptanz, Kongruenz sowie Halt und Strukturbildung) sowie die Gestaltung »korrigierender emotionaler Erfahrungen« (vgl. Cremerius 1979) von Bedeutung sind, so spielt auf Seiten des Patienten insbesondere die Motivation und Veränderungsbereitschaft eine bedeutsame Rolle. Weitere Kennzeichen einer guten, entwicklungsfördernden Therapiebeziehung sind: • das Ausstrahlen von Kompetenz, das Sicherheit vermittelt (»Insgesamt gelangt man aufgrund der Forschungsergebnisse zu dem Schluss, dass ein als kompetent, glaubwürdig und sicher beurteilter Therapeut größere Einflussmöglichkeiten auf den Klienten hat […]« [Huf 1992, S. 174]) • Kongruenz oder Echtheit (Rogers 1987) • volle Zuwendung und Aufmerksamkeit (Präsenz) • Ausstrahlen von Wärme und Engagement, das auch durch Tonfall, Mimik und Körperhaltung ausgedrückt wird 260