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5.2 Externalisierende Auffälligkeiten
Jahre des vergangenen Jahrhunderts verglich Tanner (1990) geschlossene »Maßnahmen« in der Schweiz mit Einrichtungen, die die gleiche Zielgruppe mit einem eher Ich-stärkendem Konzept betreuten. Dabei zeigten sich nur geringe Unterschiede hinsichtlich gewalttätigen Verhaltens, Fluchtversuchen etc. bei den Jugendlichen während ihres Aufenthalts in einer Einrichtung. Allerdings war nach Beendigung der Maßnahme sehr deutlich, dass die Jugendlichen, die in geschlossenem Rahmen betreut waren, deutlich höhere Rückfallquoten, psychische Erkrankungen bis hin zu einer erhöhten Selbstmordrate zeigten (Tanner 1990). Ebenso finden sich Rückfallquoten im deutschen Jugendstrafvollzug zwischen 70 % und 75 % (Lösel et al. 2007, Bannenberg & Rösner 2005), geschlossene Heimerziehung hat schlechte Erfolgsquoten (Pankhofer 2002), und gleichfalls konnten keine Effekte für die sog. »Bootcamps« nachgewiesen werden (MacKenzie 2001, Wilson & MacKenzie 2006, Bannenberg & Rösner 2005). Wesentlich bessere Effekte zeigen Einrichtungen, die auch mit hochkriminellen und gewalttätigen Straftätern arbeiten, jedoch ein konsequent sozialtherapeutisches Konzept verfolgen und den Jugendlichen neben pädagogischer Betreuung und Psychotherapie auch Berufsmöglichkeiten und Abschlüsse eröffnen (z. B. die Einrichtung Arxhof in der Schweiz, www.arxhof.ch). Interventionsprogramme Es gibt eine Reihe von Präventions- und Interventionsprogrammen für Kinder und Jugendliche, die (übermäßig) gewalttätiges Verhalten zeigen. Diese können nach Zielgruppe, Rahmenbedingungen etc. differenziert werden. Breite Überblicke über die verschiedenen Interventionsprogramme finden sich in den S3 Leitlinien (AWMF 2016) und bei Petermann, Döpfner & Götz-Dorten (2016). Umfassende Programme zur Reduktion von Gewalt an Schulen stellen z. B. Olweus (1995), Steinmetz-Brand (2006) oder (auf einer präventiven Ebene) Spröber et al. (2006) vor. Die Interventions-Programme für die therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen lassen sich differenzieren in »konfrontative Programme« (vgl. z. B. Weidener et al. 1997; Heilemann & Fischwasser-v.Proeck 2001) und »ganzheitliche Programme«. Letztgenannte versuchen nicht nur auf der unmittelbaren Symptombzw. Verhaltensebene anzusetzen, sondern auch die zugrundeliegenden Faktoren wie z. B. einen schwachen Selbstwert mit zu berücksichtigen. Beispiele hierfür sind: • »Training mit aggressiven Kindern« (Petermann & Petermann 2001) • « Freiburger Anti-Gewalt-Training« (Fröhlich-Gildhoff 2006a) Das Freiburger Anti-Gewalt-Training (FAGT) sei beispielhaft kurz vorgestellt.
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