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5.2 Externalisierende Auffälligkeiten

Lebensbereichen« (ebd., S. 84; ebenso: Borg-Laufs 1997, Roth & Seiffge-Krenke 2006). Dabei hängt die Stabilität aggressiv-dissozialen Verhaltens von vier relevanten Faktoren ab; dieses Verhalten ist stabil, wenn es • früh in der Kindheit beginnt, • sehr häufig auftritt, • viele Verhaltensbereiche betrifft, • auf viele Lebensbereiche bezogen ist (Familie, Schule, Peer-Group) (vgl. Petermannn et al. 2001, Scheithauer & Petermann 2004). In Anlehnung an das Modell Loeber & Stouthamer-Loeber (1998) lassen sich nach Scheithauer & Petermann (2004) drei Entwicklungstypen aggressiven bzw. gewalttätigen Verhaltens beschreiben: a) »Der über den Lebenslauf stabile Entwicklungstyp«: Charakterisiert durch ein »stabiles aggressives Verhalten von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Schwere und Ernsthaftigkeit der Verhaltensweisen nehmen mit der Zeit zu« (ebd., S. 384); b) »Der zeitlich begrenzte Entwicklungstyp«: er wird dadurch charakterisiert, dass »die aggressiven Verhaltensweisen entweder während der Grundschulzeit aufgegeben werden oder ausschließlich während eines kurzen Zeitraums in der Adoleszenz aufgetreten sind« (ebd., S. 385); c) »Der späte Entwicklungstyp«: dieser ist gekennzeichnet durch »ein erstmaliges Auftreten aggressiven oder gewalttätigen Verhaltens im Erwachsenenalter« (ebd.). Nach Loeber und Hay (1997) gibt es altersabhängig unterschiedliche Eskalationen des aggressiven Verhaltens. Schwächere Formen aggressiven Verhaltens steigen kontinuierlich bis zum Jugendalter an; diese treten am häufigsten auf. Körperliche Aggressionen haben einen deutlichen Anstieg etwa ab 15 Jahren und massives gewalttätiges Handeln auch unter dem Gebrauch von Waffen steigt ab etwa 17 Jahren an, allerdings mit der geringsten Häufigkeit (vgl. Krahé 2001, S. 51 f). In einer Analyse neuerer Befunde betonen Roth & Bartsch (2004), dass diese Perspektive des kontinuierlichen Verlaufs erweitert werden muss: Es existiert eine weitere Verlaufsform, »in der delinquente Verhaltensweisen erstmals im Jugendalter auftreten (ohne antisoziale Vorgeschichte in der Kindheit) und im weiteren Entwicklungsverlauf persistieren« (ebd., S. 722). Es wird daher dafür plädiert, neben der Kindheit auch die Adoleszenz als »sensible Periode für die Genese eines delinquenten Entwicklungsverlaufs« zu betrachten (ebd.). Die Entwicklung aggressiv-dissozialen Verhaltens hat Loeber (1990) in einem anschaulichen Modell zusammengefasst (c Abb. 5.10). Auch wenn die dargelegten Befunde für eine hohe Stabilität und Persistenz auffällig aggressiven Verhaltens sprechen, so ist immer zu berücksichtigen, dass hier nicht gewissermaßen »automatische« Entwicklungslinien vorliegen. So liegen »Befunde vor, die zeigen, dass es Teilgruppen gibt, die nach unauffälliger Kindheit und 153