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Raw Blame History

5.1 Internalisierende Auffälligkeiten

Füßner et al. (2012) beschreiben differenzierte Handlungsleitlinien für die personzentrierte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen. Hier werden Schwerpunkte auf die Beziehungsgestaltung im Therapieprozess gelegt (zur Wirksamkeit dieser Therapieform: Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse 2012a). Zusammenfassung Ängste gehören zum Leben dazu und stellen eine wichtige Schutzreaktion dar. Sie treten in einem kontrollierbaren Ausmaß (in entwicklungsentsprechender Form) immer wieder in unterschiedlichen Entwicklungsphasen auf. Bei einer Angststörung sind diese Angstinhalte dem Alter und der Entwicklung des Kindes nicht mehr angemessen oder nehmen einen übermächtigen Raum ein. Sie dauern länger an und beeinträchtigen insgesamt die Entwicklung des Kindes. Als Angstformen lassen sich unterscheiden: Trennungsangst, phobische Störungen, Panikstörungen, soziale Phobie/Soziale Angststörungen und generalisierte Angststörungen. Die Prävalenzraten für alle Angststörungen insgesamt liegen bei etwa zehn Prozent; Ängste weisen dann eine hohe Stabilität auf, wenn sie früh entstanden und nicht behandelt worden sind. Ursächlich sind hier zunächst Temperamentsfaktoren (Verhaltenshemmungen) im Interaktionsprozess mit frühen Beziehungserfahrungen zu sehen. Eine große Bedeutung haben ängstliche elterliche Vorbilder sowie Eltern, die geringe Erwartungen an das Bewältigungsverhalten ihrer Kinder haben. Ängstliche Kinder und Jugendliche haben an sich eher negative Erwartungen, nehmen sich als eher weniger kompetent wahr und ihre Selbstaufmerksamkeit bezieht sich eher auf negative Gedanken. Es kommt zu einem Kreislauf der Verstärkung von übermäßiger Angst. Bei einer Therapie kommt es darauf an, auf der Grundlage sicherer Bindungserfahrungen den Kindern die Möglichkeit zu geben, Verhaltensstrategien auszuprobieren, um angstauslösende Situationen besser bewältigen zu können. Ebenso wichtig ist es, negativ gefärbte Kognitionen gezielt zu verändern.

Fragen zur Selbstüberprüfung

  1. Wie lassen sich die »normalen« Ängste des Kindes- und Jugendalters von Angststörungen unterscheiden?
  2. Welches sind die zentralen Kriterien der Trennungsangst (»Emotionale Störungen mit Trennungsangst im Kindesalter« ICD-10 F 93.0)?
  3. Wie lässt sich ein möglicher ungünstiger Verlauf von Angststörungen beschreiben?
  4. Wie ist das genaue Zusammenspiel zwischen einer (Über)Ängstlichkeit der Eltern und der Entwicklung einer Angststörung des Kindes?
  5. Wie sehen zentrale Bestandteile einer störungsspezifischen Intervention bei Angststörungen aus? 109