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# Evidence: Kooperative Prozessgestaltung in der stationären Suchthilfe Zielkarte für einen herausfordernden Berufswunsch
Source document: [praxis](../../documents/praxis/praxis.md)
---
## Reference 1
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Zielkarte für einen herausfordernden Berufswunsch Suchthilfe
- **Pages:** 246
- **Lines:** 34773477
- **Quote:** "Die nachfolgend dokumentierte Fallbearbeitung thematisiert einen Fall in der stationären Suchthilfe, für den die Autorin neun Monate zuständig war. Ein Klient mit einer langjährigen Suchtgeschichte setzt sich ein hohes Ausbildungsziel. Wie ist damit angemessen umzugehen? Mit einer ausführlichen, kooperativ gestalteten Situationserfassung und Analyse zum Thema berufliche Integration geht die Autorin mit dieser Herausforderung um."
## Reference 2
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 1.1 Organisationspraktiken
- **Pages:** 246
- **Lines:** 34943494
- **Quote:** "Die Arbeitsgrundlage der Organisation ist ein wissenschaftlich fundiertes, potenzialorientiertes, ganzheitliches Behandlungskonzept, die sog. Tiefensystemik. Dieser Ansatz besteht aus vier sich gegenseitig unterstützenden und ergänzenden Bereichen (Säulen):"
## Reference 3
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 1.2 Begründung der Fallauswahl
- **Pages:** 247
- **Lines:** 35093509
- **Quote:** "Bei ihm steht momentan die berufliche Integration im Vordergrund. R. hat keine abgeschlossene Berufslehre. Wegen eines Rückenleidens und den Folgen seiner Suchterkrankung bezieht er derzeit eine volle Invaliditätsrente. Sein berufliches Ziel ist es, an der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik zu studieren. Dazu gilt es, verschiedene Strategien auszuloten, u. a. solche mit und ohne Unterstützung der Invalidenversicherung (IV). Aktuell befindet sich R."
## Reference 4
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 2 Fallbearbeitung
- **Pages:** 248
- **Lines:** 35193519
- **Quote:** "Die einzelnen Prozessschritte möchte ich in stetiger Zusammenarbeit mit R. durchführen. Meine Grundhaltung soll geprägt sein von Transparenz, Partizipation und Offenheit gegenüber R. Ich möchte seinen Berufswunsch ernstnehmen, ihn zugleich angemessen kritisch -u. a. seine langjährige Suchtgeschichte berücksichtigend -beleuchten und die erforderlichen Kompetenzen im Blick behalten."
## Reference 5
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Umsetzung
- **Pages:** 249
- **Lines:** 35333533
- **Quote:** "Wie geplant befasste ich mich zunächst mit dem Aktenstudium und fokussierte mich dabei ausschliesslich auf Informationen zur beruflichen Integration. Es wurde deutlich, dass mit R. in der Organisation nie eine berufliche Anamnese erhoben worden ist. In den ersten eineinhalb Jahren wurden keine Informationen zu R.s beruflicher Situation schriftlich festgehalten, Einträge dazu sind erst ab dem Zeitpunkt vorhanden, als ich die Bezugspersonenarbeit mit R. vor ca. neun Monaten übernommen habe."
## Reference 6
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Umsetzung
- **Pages:** 250
- **Lines:** 35413541
- **Quote:** "Weil R. in diesem Erkundungsgespräch seinen Berufswunsch, die Höhere Fachschule für Sozialpädagogik zu absolvieren, noch einmal deutlich betont hatte, beschlossen meine Praxisausbildnerin und ich, R.s externen Psychotherapeuten für eine Fallkonferenz in die Organisation einzuladen. Dies geschah aus der Situation heraus, in der Planung war das so nicht vorgesehen gewesen. R. selber war nicht anwesend, wurde aber vom mir über die bevorstehende Fallkonferenz informiert."
## Reference 7
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Reflexion
- **Pages:** 251
- **Lines:** 35513551
- **Quote:** "Es war nicht einfach, den Prozess zu starten. Zum einen, weil während R.s bisheriger Therapiezeit nie eine berufliche Anamnese erhoben worden ist und zum anderen, weil in der Organisation dafür keine Instrumente zur Gestaltung der Klientenarbeit vorhanden waren. Gleichzeitig bot diese Ausgangssituation aber auch die Chance, durch das Erstellen eines allgemeinen, zugleich flexiblen Instruments zur Erfassung der beruflichen Ausgangslage die Qualität einer beruflichen Anamnese zu optimieren."
## Reference 8
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Vorüberlegungen, Planung
- **Pages:** 252
- **Lines:** 35633563
- **Quote:** "Für den gesamten Analyseprozess in direkter Zusammenarbeit mit R. stehen mir vier Termine -also vier Stunden -zur Verfügung."
## Reference 9
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Umsetzung
- **Pages:** 253
- **Lines:** 35753575
- **Quote:** "den auch die Stellen markiert, wo die Herausforderung der Koordination der Ausbildung mit seiner Rolle als Familienvater besonders hoch ist und wo die Finanzierung des Studiums -und allgemein Finanzen -relevant werden. V. a. der Koordinationsbedarf zwischen Ausbildung und familiären Pflichten war immer wieder Thema im Gespräch."
## Reference 10
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Umsetzung
- **Pages:** 254
- **Lines:** 35833583
- **Quote:** "Auf Grund der vielen formalen und v. a. persönlichen Kompetenzen entschieden meine PA und ich, dass wir zusätzlich die bisher geleistete Freiwilligenarbeit von R. in der Organisation analysieren sollten, und zwar vor dem Hintergrund der für diese Ausbildung erforderlichen persönlichen Kompetenzen. Erst jetzt machte ich mir konkrete Gedanken über ein geeignetes Analyseinstrument."
## Reference 11
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Stationäre Suchthilfe
- **Section:** 1.1 Organisationspraktiken
- **Pages:** 246
- **Lines:** 34853490
- **Quote:** "Der Therapieprozess umfasst einen 12- bis 15-monatigen stationären Aufenthalt mit nahtlosen Übergängen zwischen vier verschiedenen Therapiestufen:"
## Reference 12
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Stationäre Suchthilfe
- **Section:** 1.1 Organisationspraktiken
- **Pages:** 247
- **Lines:** 35043505
- **Quote:** "Die Organisation arbeitet nicht nach Kooperativer Prozessgestaltung (KPG). Einzelne Abläufe und Methoden lassen sich zwar gut denjenigen des KPG-Modells zuordnen, jedoch sind in der Organisation nur wenige Hilfsmittel zur Strukturierung der sozialpädagogischen oder sozialarbeiterischen Begleitung vorhanden."
## Reference 13
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Stationäre Suchthilfe
- **Section:** Vorüberlegungen, Planung
- **Pages:** 252
- **Lines:** 35563560
- **Quote:** "Im Hinblick auf R.s Berufswunsch soll auf der Grundlage der Situationserfassung gemeinsam mit R. eine Art Zeitstrahl erstellt werden, welcher sich in die Zukunft richtet und die jeweiligen Schritte und die damit einhergehenden Etappen, Voraussetzungen und Kompetenzen beinhaltet, die nötig sind, um dieses berufliche Ziel zu erreichen."
## Reference 14
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Stationäre Suchthilfe
- **Section:** Umsetzung
- **Pages:** 255
- **Lines:** 35893591
- **Quote:** "Als Fazit der Analyse kristallisierte sich heraus, dass R. sehr hohe Ansprüche an sich selber hat und sehr kritisch mit diesen umgeht. Er ist sich vollkommen bewusst, welche Kompetenzen er im Hinblick auf die angestrebte Ausbildung noch weiter entwickeln muss. Der hauptsächliche Entwicklungsbedarf besteht in Einsatz und Engagement für seinen eigenen Prozess, in der Organisation und Koordination der Arbeitsaufgaben mit seiner Rolle als Vater, in Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit sowie im Erledigen seiner Administration."
## Reference 15
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Stationäre Suchthilfe
- **Section:** 3.2 Erkenntnisse
- **Pages:** 256257
- **Lines:** 36073609
- **Quote:** "Die klare Struktur des KPG-Modells, die den roten Faden für einen sehr partizipativen Arbeitsprozess sicherstellte, haben alle Beteiligten durchgehend als sehr unterstützend erlebt. Diese Struktur war auch hilfreich für eine enge Kooperation mit den anderen Fachkräften, was ich für einen wichtigen Wirkfaktor halte, ebenso wie meine Transparenz und Offenheit gegenüber R."