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müssen. Nur dann können wir die Mädchen und Jungen dabei unterstützen, ihre Reaktion als eine normale Reaktion auf eine unnormale Umwelt zu verstehen, ihr Überleben wertzuschätzen und neue, selbst- und fremdschützende Verhaltensweisen zu entwickeln. Die Korrektur von geschlechtsspezifischen und sexuellen Normen der traumatisierten Mädchen und Jungen setzt eine hohe persönliche Fähigkeit zur Reflexion der eigenen Normen und die Fähigkeit des Teams zur Reflexion der Geschlechterfrage, zur Enttabuisierung von Sexualität und sexuellen Grenzüberschreitungen und zur Offenheit für Gegenreaktionen auf Übertragung sexualisierter Gewalterfahrungen voraus. Im Umgang mit Jungen und Mädchen, die sexuell misshandeln, ist die Unsicherheit hoch. Rahmenrichtlinien zum Umgang mit Jungen und Mädchen, die sexuelle Gewalt ausüben, dienen der Minimierung von vorschnellen Verurteilungen, Abschiebungen und Bagatellisierungen (auch 12.1). Konzepte zur geschlechtsreflexiven Pädagogik, zur Sexualpädagogik und zur Hilfestellung gegen sexuelle Gewalt vergrößern die Handlungssicherheit der Pädagog*innen und die Transparenz der sozialpädagogischen Arbeit in Einrichtungen der Erziehungshilfen. Das gilt insbesondere dann, wenn diese Konzepte mit den Heimräten erarbeitet werden. Sie dienen nicht zuletzt der Opfer- und Täterprävention. Der professionelle Umgang mit sexueller Gewalt setzt eine durch Konzeption gestützte Struktur und die Unterstützung der Pädagogik durch gruppenübergreifende Dienste voraus. Die Auseinandersetzungen um Sexualität und Geschlechterrolle bedürfen eines geschützten Rahmens. Dies gilt mit besonderer Dringlichkeit für Kolleginnen und Kollegen, die in Erziehungseinrichtungen wohnen und für Pflegefamilien. Gerade hier beweist sich noch einmal, wie notwendig die Unterstützung durch Beratung, Supervision und Aneignung von Fachwissen ist. Literaturtipps Buttner, P. (Hrsg.) (2010): Die Kategorie „Geschlecht“ in der Kinder- und Jugendhilfe. ARCHIV für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit. 2/2010. Deutsches Jugendinstitut e.V. (2015): Coming-out – und dann…?! http://www.dji.de Kavemann, B./Nagel, B./Doll, D./Helfferich, C. (2019): Erwartungen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs an gesellschaftliche Aufarbeitung. Herausgeberin: Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs.