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queeren Jugendlichen nicht mitgedacht werden (Unterforsthuber, Andreas 2011: „Da bleibt noch viel zu tun…!“ Befragung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe zur Situation von lesbischen, schwulen und transgender Kindern, Jugendlichen und Eltern in München, Landeshauptstadt München, Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen). Die Auseinandersetzung mit der geschlechtlichen Identität ist nie einfach. Doch scheint es doch eine größere Offenheit zu geben und die Akteur*innen in der Kinder- und Jugendhilfe sind aufgefordert, ihre Unterstützung von queeren Mädchen und Jungen zu entwickeln.
Geschlechtsspezifisch beeinflusste Verarbeitungsprozesse von Gewalterfahrungen
Frauen erleben häufiger interpersonelle Traumatisierungen (Hapke et al. 2006) als Männer. Schon dies bedingt Geschlechtsunterschiede in der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen. Die Bewältigungsstrategien von Mädchen in belastenden Lebenssituationen sind eher nach innen gewandt und autoaggressiv. Sie reinszenieren eher auf der Opferseite, sichern ihr Leben durch Prostitution, Drogen und mithilfe männlicher Begleiter ab. Sie reagieren häufiger mit dissoziativen Symptomen und vermeidenden Strategien. Jungenprobleme dagegen bestehen eher aus Schulscheitern und Aggression, Statussuche und Kampf um Anerkennung durch Stärke, Versagensängsten und fehlenden Konfliktlösungsstrategien. Jungen richten ihre Aktivitäten nach außen, sie halten sich mehr im öffentlichen Raum und auch ohne Beaufsichtigung auf als Mädchen (Scheffler 2015). Männliche Opfer sexueller Gewalt erleben die Verwirrung ihrer Geschlechtsrollenidentität als zentrale Erfahrung. Unter Berücksichtigung der Mehrgenerationenperspektive gelte die Entwicklung von Täter/innenverhalten als Risikofaktor selbst erlebter Viktimisierung. Die Zusammenhänge seien bei Männern inzwischen gut untersucht, bei Frauen bisher kaum nachgewiesen (Mosser 2018, S. 826).