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Gesellschaften zu, denn hier werden die universalistischen Wertorientierungen zum ersten Mal für Kinder und Jugendliche erlebbar praktiziert. In seinem Aufsatz »Die Schulklasse als soziales System« analysiert Parsons die strukturellen Unterschiede zwischen der Familie und der Schule als informelle und formelle Rollensysteme. Im Unterschied zur Mutter tritt die Grundschullehrerin oder der Grundschullehrer als eine Bezugsperson auf, die emotional neutral ist und die Persönlichkeit des Kindes allein nach der erbrachten individuellen Leistung bemisst. Indem ein Kind sich in die formalen Rollenbeziehungen einer Schulklasse einfindet, übernimmt es in seine Persönlichkeit die öffentlichen Wertmuster (Parsons 1968). Persönlichkeit als Spiegelbild der Sozialstruktur

Interessant ist, dass heute, mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Parsons seine Theorie entwickelt hat, der Gegensatz zwischen partikularistischen und universalistischen Normen vielleicht gar nicht mehr so deutlich feststellbar ist. In den Familien wird schon seit geraumer Zeit nicht mehr ein Gegenmodell zu dem der Bildungsinstitutionen gelebt. Ganz im Gegenteil wird in einigen Familien bereits lange vor Schuleintritt auf das vorbereitet, was dann in Bildungsprozessen als Lernfähigkeit und Leistungsorientierung erwartet wird. Tendieren also universalistische Orientierungen zur weiteren Universalisierung? Können sich partikularistische Orientierungen vielleicht dagegen gar nicht mehr aufrechterhalten lassen. Inwiefern der Gegensatz zwischen partikularistisch und universal aber tatsächlich in einem Prozess der Auflösung befindlich ist, bleibt eine empirische Frage für sozialisationsorientierte Forschung. Theoretisch wird bei Parsons der Sozialisationszugang noch durch die Akzentuierung von Sozialisation als »Vergesellschaftung« beherrscht, die Parsons selbst von Durkheim übernimmt. Bei Durkheim wie Parsons steht die