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funktionaler Differenzierung Niklas Luhmanns reichen. Die Zusammenfassung beider in der Soziologie sehr prominenter Zugänge als »systemtheoretisch« ist allerdings nicht sehr genau und folgt eher einer gebräuchlichen Konvention. Der genauere Blick offenbart nämlich erhebliche Unterschiede zwischen den Ansätzen. Zum einen ist die ältere strukturfunktionalistische Sichtweise stärker empirisch ausgerichtet. Zum anderen sind die Annahmen der kategorialen Trennung der unterschiedlichen Systemebenen in der Fassung von Niklas Luhmann deutlich pointierter und besitzen in der Theoriekonstruktion einen höheren Stellenwert. Beide Traditionslinien sind nichtsdestotrotz von großer sozialisationstheoretischer Bedeutung und werden deshalb im Folgenden auch gesondert dargestellt. Der amerikanische Soziologe Talcott Parsons (1902–1979) hat im Anschluss an Durkheim eine differenzierte Theorie der Sozialisation entwickelt. Parsons nimmt ursprünglich noch die Leitfrage von Durkheim auf, wie komplexe, durchorganisierte Gesellschaften zu sozialer Stabilität kommen und wie sie die biologisch-psychischen Anteile in der Persönlichkeit von Menschen in ihre Funktionsabläufe einbeziehen können. Er bedient sich bei seiner Analyse des Konzeptes »System«, und zwar sowohl zur Beschreibung von inhaltlich und funktional zusammenhängenden Einheiten der Gesellschaft als auch zur Beschreibung der Persönlichkeit. Auf diese Weise gelingt es ihm, ein einheitliches und zusammenhängendes theoretisches Modell zu etablieren, das biologische und psychologische Theorien mit umfasst (Parsons 1951). Sozialisation als Durchdringung von Systemen
Parsons geht von der einfachen Annahme aus, dass jedes System eine eigene Struktur besitzt. Mit Struktur wird der zeitlich überdauernde Aspekt des Systems bezeichnet, der Stabilität verleiht. Der dynamische Aspekt eines Systems