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aber auch, weil sie als Vordenker eines fortschrittlichen und emanzipativen Denkens angesehen wurde, das in der Nachkriegszeit in den USA und in Europa bis zum Ende der 1970er Jahre eine große Wirkung entfalten konnte. Im Mittelpunkt der Kritischen Theorie steht eine doppelte Frage: a) wie sich Strukturen der Herrschaft, Ungerechtigkeit und Gewalt entwickeln und b) wie sich diese Strukturen verändern lassen. Herrschaftsverhältnisse werden dabei als Asymmetrien verstanden. Diese Asymmetrie zwischen den Lebensverhältnissen wie sie sind (durch Herrschaft geprägt) und wie sie sein könnten (herrschaftsreduziert) ist ein Grundmotiv. Es ist auch zu verstehen als Asymmetrie zwischen den Menschen, die über mehr oder weniger Machtmöglichkeiten verfügen und dadurch bessere oder schlechtere Lebensbedingungen haben. Nach der Kritischen Theorie kann jedes Macht- oder Herrschaftsverhältnis nur deshalb aufrechterhalten werden, da die Subjekte keine Alternativen denken können und asymmetrische Verhältnisse darum als alternativlos akzeptieren, weil sie in eben diesen Verhältnissen bereits sozialisiert und das bedeutet hier, an diese Bedingungen angepasst sind. Das Ausmaß der Ausprägung von Herrschaft und die Möglichkeiten gesellschaftlicher Emanzipation sind anders herum argumentiert aber auch immer von den Subjekten abhängig, auch wenn diese Leidtragende dieser Herrschaftsstrukturen sind. Die Sozialisation der Subjekte ist hiernach ein starker Hebel, um zu verstehen, warum Menschen die Ausübung von Herrschaft sowohl absichern (im Falle subjektiver Unterwerfung durch Sozialisation) als auch aufheben und beenden können (im Falle subjektiver Verweigerung). Diese Grundeinsicht zum Verständnis von Herrschaft ist keinesfalls nur an die Arbeiten der Vertreterinnen und Vertreter einer Kritischen Theorie der Gesellschaft gebunden. Hier aber hat sie eine besondere Verortung gefunden, wenn es darum geht, das handelnde Subjekt,