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1968 wurden die theoretischen Positionen immer weiter zugespitzt, denn mehr und mehr wuchs das Bedürfnis, nicht nur ein Modell für die erfolgreiche Anpassung des Individuums, sondern vor allem für seine autonome Entwicklung zu erhalten (Geulen 1973, 1991, S. 39; Mühlbauer 1980; Walter 1973). Sozialisation als Interaktion

Der zu dieser Zeit erreichte Stand der Diskussion wurde in dem umfassenden, interdisziplinär angelegten ersten »Handbuch der Sozialisationsforschung« zusammengefasst (Hurrelmann/Ulich 1980). Die in diesem Handbuch vorgestellte Definition von Sozialisation als »Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt« (Geulen/Hurrelmann 1980, S. 51) fand großen Anklang und wirkt noch bis heute in der wissenschaftlichen Diskussion nach. Als diese Definition wenige Jahre später durch das »Modell des produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts« (Hurrelmann 1983) ergänzt wurde, lag eine erkenntnisleitende Heuristik (also eine Matrix des wissenschaftlichen Denkens) vor, die Raum für die Berücksichtigung der Bedeutung des Subjektiven ließ. Ihr Credo war: Wenn das gesamte Gesellschaftliche und seine Dynamiken begriffen werden soll, muss der Blick auch auf das Individuum fallen. Das Individuum stellt einen wesentlichen Kristallisationskern dar, weil soziale Strukturen durch Sozialisation Wirkung auf die Entwicklung eines Menschen haben, diese Menschen aber gleichzeitig Gestalter des Gesellschaftlichen werden, soziale Strukturen also selbst wieder herstellen (und verändern). Diese Erkenntnis markierte den Start einer Diskussion, in der die Psychologie und in den letzten zwanzig Jahren auch die neurowissenschaftlichen