1.8 KiB
werden oder einfach synonyme Bezeichnungen werden, um nicht ständig den gleichen Begriff zu wiederholen. Die meisten Theorien verfahren auf diese Weise mit der Synonymverwendung. Wahrscheinlich ist dies auch ein »abgesicherter« Modus, damit sie nicht Gefahr laufen, sich mit einer begrifflichen Festlegung aus einer Zuordnung zu etwa der philosophischen oder entwicklungspsychologischen Tradition nicht mehr befreien zu können. So paradox es ist, diese Verfahrensweise des begrifflichen Durcheinanders hat eine gewissen Rationalität. Heute noch mit starken Unterschieden arbeiten zu wollen, die die Perspektive auf uns als menschliche Wesen mit nur einem Begriff anzeigen wollen, ist kaum möglich. Zu sehr sind die Perspektiven miteinander verbunden und zu wenig sind die mit den Begriffen angezeigten Unterschiede überhaupt noch präsent. Der sozialisationstheoretische Fokus auf das Subjekt verträgt diese »Multioptionalität«. Auch in dieser Einführung wird sie praktiziert und nur wenn eine bestimmte Perspektive auf das Subjekt mit einem Begriff erörtert werden soll, wird das in der Beschreibung auch ausdrücklich so angezeigt. Erste Zugänge zum Sozialisationsthema
Im Zentrum der meisten Zugänge im Sozialisationskontext steht das Beziehungsverhältnis zwischen einem sich entwickelnden Menschen, mit seiner genetischen Ausstattung an Trieben und Bedürfnissen, seinen angeborenen Temperaments- und erworbenen Persönlichkeitsmerkmalen, und den umgebenden gesellschaftlichen Umweltfaktoren. Dieses Beziehungsverhältnis wird als lebenslang und als interaktiv beschrieben, wobei es in diesem Prozess der lebenslangen Interaktion das Subjekt schafft, die Anforderungen an die individuelle Integration in ein soziales Gefüge zu bewältigen und gleichzeitig immer mehr Lern- und