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STAO 11. Dezember 2025
Dokument: STAO_Dezember_2025.docx Datum: 11. Dezember 2025 Kontext: Standortgespräch (STAO) im Praxisbetrieb. Anwesend: Bezugsperson, Arzt, Psychologin, Lehrerin (intern), Schulpsychologischer Dienst, Beiständin, Kindsmutter (KM), Psychiater. Enthält einen Kindteil (mit Leny/«Wuschel») und einen Erwachsenenteil.
Hauptinhalte
Gesamteinschätzung der Entwicklung
Zu Beginn des Aufenthalts starke Entwicklung; nach dem Sommer teils Rückschritte. Die Bezugsperson sieht sowohl Fortschritte als auch Entwicklungsbedarf.
Ressourcen (Erwachsenenteil)
- Freundlich, humorvoll, sozialer Charme
- Bewegung als Zugang
- Hilft gerne (Küche); war am Zukunftstag im Restaurant
- Grenzen werden mehr ausgesprochen
- Im 1:1-Setting gut erreichbar; freut sich auf Bezugsausflug
Herausforderungen (Erwachsenenteil)
- Struktur und Alltagsbegleitung weiterhin notwendig
- Abläufe noch nicht verankert
- Verantwortung wird abgegeben
- Bei Konflikten: Rückzug/Beleidigung – seit Sommer häufiger
- Fixierung auf eine Person (G, unvollständig)
- Sonntags-Rückkehr schwierig
- Körperpflege (Haare, Nägel, Jacke) als Thema
Arbeitsfokus / Interventionsplan
- Struktur visuell fixieren
- Verantwortungsübernahme fördern
- Partizipation: Ziele gemeinsam mit Leny erarbeiten
- Konkrete Methoden: Wochenzielkarte, Step-Cards Morgen, Erfolgsreflex 3-Wörter
Hypothesen (nur Erwachsenenteil)
- Loyalitätskonflikte (wenig Mutterkontakt vermutet als Ursache)
- Fehlende Präsenz der Mutter im Praxisbetrieb verunsichert Leny
- Wochenende als Belastung → Müdigkeit bei Rückkehr
Schule – Rückmeldung
Konzentration und Präsenz haben sich verbessert. Sitzplatz wurde verändert. Rückmeldung: «Jetzt können wir arbeiten.»
Therapie – Rückmeldung
Leny geniesst Einzelstunden sehr. In der Gruppentherapie (Thema: «Wer bin ich?») kann er sich besser abgrenzen. Negative Gefühle mag er nicht.
Kindteil – Leny («Wuschel»)
- Freut sich auf Freunde bei Rückkehr in den Praxisbetrieb
- Mag Pflichten («ämtli») nicht
- Konflikt mit Zimmerkollege «Russia»
- KM erlebt Leny als positiv heimkommend; er möchte meistens Freunde treffen
- KM: «Wenn er zu wenig Zeit mit mir hat, geht er weniger gerne.»
- Benennt als Grund für Widerstand gegen Rückkehr den Zimmerkollegen
Zukunft / Schulplanung (Erwachsenenteil nach Kindteil)
- Leny dachte, er gehe im Januar nach Hause und in die alte Klasse – dem war nicht so
- KM: Regelklasse wäre Überforderung (Klassengrösse, fehlende Unterstützung, Hausaufgaben)
- KM: «Eine Kleinklasse wäre gut, gibt es ja eigentlich nicht mehr.»
- HPS kommt für Leny nicht in Frage («ist zu stark»)
- Optionen geprüft: Rothrist, Bern/Duelegg, Walde (Wocheninternat), Olten, Solothurn
- Entscheidung bis Frühling; zwei Schulen werden besichtigt
- Botschaft ans Kind: «Bis Sommer bleibst du sicher bei uns. In die alte Klasse kannst du nicht mehr.» (Leny wirkt traurig)
Psychiater – Erinnerung an Eintrittsgrund
Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Einschlafen, starke Belastung. «Sorgen um Mutter war zu gross, damit er sich entwickeln kann. Die grosse Sorge um die emotionale Entwicklung.»
KM – Sicht auf häusliche Situation
«Wir bemühen weniger, wenn er anwesend ist. [...] Sie hat den Haushalt besser im Griff. [...] Meine Mutter hilft. Familienhilf war da.» Beziehung mit Vater des Geschwisterkindes wird thematisiert. KM «will es allen recht machen».
Ressourcen
- Sozialer Charme, Humor, Freude an Bewegung
- Gute 1:1-Erreichbarkeit
- Schulische Fortschritte (Konzentration, Präsenz)
- Therapeutischer Fortschritt (Abgrenzung in Gruppe)
- Situativ verbesserte häusliche Stabilität (KM mit Unterstützung)
Herausforderungen
- Rückschritte nach Sommer (Struktur, Verantwortung, Konflikte)
- Sonntags-Rückkehr und Zukunftsunsicherheit belasten Leny
- Kommunikationsdefizit: Leny wurde nicht altersgerecht informiert (Zukunft, Schulwechsel)
- Mutter-Kind-Zeit unzureichend (Loyalitäts- und Bindungsthema)
- Schulanschlusslösung unklar / komplex
Bezug zur EPG
Dieses Dokument ist zentral für:
- Situationsbeschreibung: Aktueller Entwicklungsstand, familiäre Situation, Schule, Therapie
- Analyse: Loyalitätskonflikte, Belastung durch Wochenende, Eintrittsursachen (Sorge um Mutter), Strukturdefizite
- Ressourcen: Soziale Stärken, Bewegung, 1:1-Beziehung, schulische Fortschritte
- Zielentwicklung: Struktur, Verantwortungsübernahme, Partizipation (Ziele MIT Leny)
- Zukunftsplanung: Schulwechsel, mögliche Rückkehr nach Hause, Aufenthaltsdauer