2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/522.md

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der Fall. Subsysteme wie auch Systeme etablieren durch Grenzen
eine Unterscheidungsbeziehung zu ihren Umwelten. Minuchin hat drei
Typen von Grenzen beschrieben: starre die Grenzen sind kaum
durchlässig, diffuse es gibt keine deutlichen Grenzen, und
funktionale.
Anhand der funktionalen Grenze werden auch ihre Gegenpole
bestimmbar. Eine funktionale Grenze lässt einerseits den Austausch
bestimmter Informationen zu, der Austausch anderer Informationen
hingegen wird blockiert.
Ein Beispiel: Ist die Beziehung zwischen dem Eltern- und dem
Kindersubsystem funktional-durchlässig, werden die Kinder im Sinne
der Metapher der notwendigen „offenen Türen“ ihren Eltern über den
Schulalltag und auch schlechte Schulnoten berichten; denn sie haben
keine Angst vor negativen Überreaktionen. Die Eltern werden im
Gegenzug Geschichten über ihre Schulfreundschaften, schlechte
Noten und die Beziehungen zu beliebten und unbeliebten
Lehrerinnen erzählen; so stellen sie eine beide Generationen
gefühlsmäßig verbindende Beziehung her. Andererseits werden Eltern
die Einzelheiten ihrer sexuellen Beziehung im Sinne der Metapher von
den notwendigen „geschlossenen Türen“ nicht im Beisein der Kinder
erörtern. Auch die zu Jugendlichen oder jungen Erwachsenen
herangereiften Kinder werden für sich entscheiden, ob sie mit den
Eltern über ihre ersten sexuellen Erfahrungen sprechen wollen oder
ob sie diese Form der Intimität eher mit Peers suchen wollen.
Abb. 33: Durchlässige intergenerationale Grenze in der Familie
Eine hinsichtlich der Sexualität diffuse Grenze bringt die Gefahr von
Inzest und sexueller Gewalt mit sich und ist in diesem Sinn