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kapitel-3-2-erste-analyseerkenntnisse-pro-thema Kapitel 3.2 erste Analyseerkenntnisse pro Thema 2026-03-15T13:08:00.000Z Agent reflection ownThought active
Kapitel 3.2
Perspektivenanalyse
Analyse
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Erste Analyseerkenntnisse pro Thema

Vergessen

Ich sehe, dass sich das Thema Vergessen in fast allen Perspektiven zeigt. Leny vergisst nicht nur Gegenstände, sondern auch Aufträge, Informationen, Termine, Abläufe und konkrete Alltagsschritte.

Im Wohnen fällt das vor allem bei Übergängen, bei mehreren Aufträgen und dann auf, wenn viel los ist. In der Schule zeigt es sich eher bei Lerninhalten, beim Zuhören sowie bei Müdigkeit, Ablenkung oder fehlendem Interesse. Die Kindsmutter beschreibt ähnliche Situationen: viel Programm, Müdigkeit, Streit oder Momente, in denen es Leny nicht gut geht. Leny selbst nennt vor allem alltagspraktische Dinge. Einiges kann sich Leny auch gut merken, besonders wenn er dafür genügend Interesse hat oder es ihm wichtig scheint.

Für mich sprechen die Antworten nicht für eine allgemeine Vergesslichkeit. Sie deuten darauf hin, dass das Vergessen je nach Situation, Belastung und Interesse unterschiedlich stark sichtbar wird.

Orientierung im Tages- und Wochenablauf

Nach meiner Einschätzung zeigt sich bei der Orientierung kein einheitliches Bild. Leny wirkt je nach Situation sehr unterschiedlich orientiert.

Mehrere Perspektiven beschreiben, dass seine Orientierung besser ist, wenn es ihm gut geht, wenn ihn etwas interessiert oder wenn er etwas im 1:1 erklärt bekommt. Schwierigkeiten zeigen sich vor allem bei Wochentagen, Zeitabläufen, kurzfristigen Veränderungen und dann, wenn vieles gleichzeitig läuft. Schule und Wohnen beschreiben die Orientierung insgesamt als schwankend. Auch die Kindsmutter sagt, dass Leny Absprachen oft nicht mehr weiss, ausser etwas ist für ihn besonders wichtig.

Leny selbst beschreibt seine Orientierung ebenfalls unterschiedlich. Er nennt Unsicherheiten beim Verlaufen, bei Wochentagen und Monaten. Gleichzeitig beschreibt er sich in vertrauten Bereichen, bei technischen Themen und bei konkreten Handlungen als gut orientiert.

Für mich sprechen die Antworten nicht für eine durchgehend schwache Orientierung. Sie deuten darauf hin, dass Leny je nach Interesse, Belastung, Vertrautheit und Form der Anleitung unterschiedlich gut orientiert ist.

Ausweichen / nicht reagieren

Ich sehe das Thema Ausweichen in fast allen Perspektiven. Es zeigt sich vor allem dann, wenn Leny etwas nicht machen will, wenn ihn etwas überfordert, wenn ihn ein Thema unangenehm berührt oder wenn eine Anforderung an ihn gestellt wird.

Wohnen, Schule, Kindsmutter und Therapie beschreiben ähnlich, dass Leny eher ausweicht, abschaltet oder nicht reagiert, wenn etwas lästig ist, wenn er keine Lust hat oder wenn es um schwierige Themen geht. In der Schule wird das auch bei Überforderung und Anstrengung sichtbar. In der Therapie zeigt es sich eher bei biografischen Themen oder wenn es um eigene Anteile in Konflikten geht. Leny sagt selbst, dass er bei Wut oder Traurigkeit manchmal nicht antwortet, weil er sonst weinen oder schreien müsste.

Für mich zeigt sich Ausweichen nicht zufällig. Es steht oft im Zusammenhang mit Anforderungen, unangenehmen Themen, Überforderung oder starker innerer Anspannung.

Heimweh / emotionale Belastung

Nach meiner Einschätzung wird Heimweh nicht von allen gleich stark beschrieben. Deutlich häufiger genannt wird eine emotionale Belastung, die vor allem am Abend, nach Wochenenden, nach Ferien, nach Konflikten oder dann sichtbar wird, wenn zuhause etwas schwierig ist.

Wohnen, Schule, Kindsmutter und Leny beschreiben ähnliche Zeichen: Rückzug, Traurigkeit, Weinen, Müdigkeit, körperliche Beschwerden, Abwesenheit oder Spannungsverlust. In der Schule wird das nach Wochenenden und Ferien teils stark mit Müdigkeit verbunden. Im Wohnen zeigt sich die Belastung oft am Abend oder in ruhigen Momenten. Die Kindsmutter beschreibt, dass Leny ruhiger wird und über Kopfweh oder Bauchweh klagt. Leny selbst sagt, dass er vor allem nachts an zuhause und an schöne Momente mit seiner Familie denkt. Mehrere Fachpersonen im Praxisbetrieb bringen Lenys emotionale Belastung mit Sorgen um seine Familie in Zusammenhang. Der Bereich Wohnen benennt konkret die Sorge um seine Mutter und den Wunsch, sie zu schützen.

Für mich steht weniger Heimweh allein im Vordergrund, sondern eher eine emotionale Belastung rund um Familie, Trennung, Konflikte und Übergänge.