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auch die eigene Kindheitsgeschichte. Umgekehrt berühren die Erfahrungen der Pädagoginnen auch den Alltag der Mädchen und Jungen: „Ich denke an die unbewussten positiven oder negativen Gefühlseinstellungen, die wir anderen Menschen gegenüber sogleich oder zunehmend nach einiger Zeit einnehmen, mitbedingt durch frühere prägende Erfahrungen z. B. im engsten Familienkreis und die wir ohne es auch nur zu merken unserem jeweiligen Gegenüber überstülpen“ (Schacht 1995, S. 287). Ohne dies zu generalisieren, können Kindheitserfahrungen bewusst oder unbewusst Motivation für die Berufswahl sein. So besteht bei manchen Mitarbeiterinnen eine Ahnung, dass ihr Verhalten mit der eigenen Lebensgeschichte in Verbindung gebracht werden kann, die dann aber in ihrer Bedeutung für das eigene professionelle Handeln nicht reflektiert wird. In einer Untersuchung kommt Frauke Teegen zu dem Ergebnis, dass 48 % der befragten und sexuell missbrauchten Menschen versuchen, durch Fürsorge an anderen ihr eigenes Leid wieder gutzumachen und ihr bestmögliches Gleichgewicht zu finden (Teegen 1992, S. 14, n = 576). Doch der Wunsch, anderen zu helfen, andere Menschen zu erziehen, ist dann als Selbstheilungsversuch kontraindiziert, wenn die Motivation unbewusst ist. So berichtete Anna Freud von einer Pädagogin, die „[…] infolge unglücklicher Familienverhältnisse das Elternhaus verließ, um eine Stelle als Erzieherin von drei Knaben anzunehmen. Der mittlere dieser Knaben war ein schwieriger Erziehungsfall“ (Anna Freud 1935/1971, S. 59). Aufgrund ihrer Identifizierung mit dem zurückgesetzten Kind erreichte sie durch viel Liebe und Sorgfalt, die sie auf ihn verwendet hatte, die Reintegration des Jungen in die Familie. Doch das Band der Identifizierung zerriss, weil das zurückgesetzte Kind nicht mehr zurückgesetzt war: „Die Erzieherin, der doch dieser Erfolg zu verdanken war, begann jetzt ihrerseits Schwierigkeiten mit dem Jungen zu haben […] sie verließ schließlich das Haus, in dem man sie sehr schätzte, gerade des Kindes wegen, das zuerst die stärkste Anziehung auf sie ausgeübt hatte“ (Anna Freud 1971, S. 60). Unbewusste Motive wie z. B. hier die Identifizierung dieser Erzieherin mit dem ungeliebten Kind führen zu Verstrickungen.