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Gruppen sind sexuelle Beziehungen der Jugendlichen untereinander verboten. Eine Ursache sei möglicherweise die Angst, „[…] wieder im Repressionsdiskurs zu landen.“ (Sielert 2018, S. 64). Die Sehnsucht der Jugendlichen nach Anerkennung, Zuneigung, Wärme und Nähe würde ausgeblendet (ebd., S. 67). Eine rigide Sexualpädagogik fördert sexuelle Unsicherheit, die wiederum das Risiko für weiteres Gewalterleiden erhöht. „Der häufigste Kontext, in dem Mädchen erneut sexualisierte Gewalt erleben, sind ihre sexuellen Beziehungen.“ (Kavemann et al. 2016, S. 10) „Diese gehen sie oft mit Jungen oder Mädchen ein, die sie […] in Einrichtungen der Jugendhilfe, während Aufenthalten in der Jugendpsychiatrie oder in problematischen Jugendszenen kennengelernt haben, und die ihrerseits ein großes Maß an Belastungen mitbringen.“ (Helfferich/Kavemann 2016, S. 55). Was ihnen am wenigsten hilft, ist Tabuisierung: „Wird Sexualität als etwas Negatives vermittelt, das in der Einrichtung keinen Platz hat und verboten ist, und sind Kontrollen zu strikt und nicht altersangemessen, führt dies zur Verlagerung von sexuellen Aktivitäten in den ungeschützten Raum außerhalb der Einrichtung.“ (Helfferich/ Kavemann 2016, S. 58). Oder sie werden auf keinen Fall negative Erlebnisse in der Einrichtung thematisieren, da sie ja gegen eine Regel verstoßen haben. Über sexualisiertes oder übergriffiges Verhalten in Wohngruppen und anderswo muss gesprochen werden. Abwertende Reaktionen ohne Beachtung der lebensbiografischen Erfahrungen werden nicht wirklich zu Verhaltensänderung beitragen. Das Risiko einer erneuten sexuellen Traumatisierung erfordert eine Sexualpädagogik zwischen schützender Kontrolle und Möglichkeiten zur Entwicklung einer altersentsprechenden selbstbestimmten Sexualität.

Sexuelle Bildung als Beitrag zur Minimierung sexueller Retraumatisierung

Gerade für sexuell traumatisierte Mädchen und Jungen bedeutet es viel, wenn sie ihre Erlebnisse und die Folgen für die eigene Sexualität bzw. für eine Liebesbeziehung, das Verhältnis zum eigenen