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Laura und Maria Laura prostituiert sich latent, sie schläft mit den Jungen in ihrer Schichtgruppe, wie es scheint, wahllos. Sie sorgt sich um ihren jüngeren Bruder, den möchte sie bald erziehen und versorgen. Mit Mühe und Not wird sie einen Hauptschulabschluss machen, vielleicht bekommt sie dann eine Lehrstelle in einer Übungsfirma für Hauswirtschafterinnen. Laura hat Angst vor der Zukunft, sie will möglichst schnell eine Familie gründen und versorgt werden. Maria geht nicht in die Schule, sie hat eine Lebensplanung: heiraten und versorgt werden. Laura und Marias Mütter haben keine Schul- und Berufsausbildung, ihr Leben war und ist immerzu von Männern, Sozialhilfe und Alkohol bestimmt.

Marias und Lauras geschlechtliche Identität ist reduziert auf eine Situation, in der die Frau den sexuellen Ansprüchen des Mannes als Objekt untergeordnet ist. Nicht selten erfahren Mädchen aus herausfordernden Lebensumständen Frauen als nicht selbstbestimmt, um dies vorsichtig auszudrücken. Ein mögliches Korrektiv können Mädchenräume bieten, Räume, in denen Laura und Maria mit anderen Mädchen Vorstellungen über Frau sein, ihre Ängste und ihre lebensbiografischen Erfahrungen mit Frauen austauschen können. In den von Jungen dominierten Gruppen ist es Laura und Maria nicht möglich, Mädchenräume zu schaffen. Dies gilt gleichermaßen für Mädchen wie Jana, die ein relativ selbstbewusstes Frauenbild entwickeln konnte. Geschlechtsbewusste Pädagogik für Mädchen Die Akzeptanz des eigenen Körpers und der Körperlichkeit Die Entwicklung einer selbstbestimmten Sexualität Die Auseinandersetzung mit kritischen männlichen und weiblichen Geschlechtsrollenstereotypen Die Befreiung von Rollenzwängen Die Anerkennung weiblicher Emotionalität und sexueller Bedürfnisse Stärkung der Entscheidungsfreiheit der Mädchen Entwicklung von eigenen Interessen