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Kernaussage von Pestalozzi und damit viel älter als die Bindungsforschung ist. Oder es besteht die Auffassung, die Entstehung der Traumapädagogik sei hauptsächlich Fachdienstmitarbeitern in der Jugendhilfe zu verdanken, obwohl die ersten Schritte der Traumapädagogik in pädagogischen Einrichtungen gegangen wurden. Pädagoginnen werden aufgefordert, trauma-bezogenes Material zu meiden (Denner 2003) und sich auf ihren Kernbereich der Erziehung (Weinberg 2005) zu beschränken. Es geht offensichtlich um mehr: nämlich um Definitionsmacht. Im Interesse der Mädchen und Jungen und im Interesse der Kolleginnen ist ein interdisziplinäres Miteinander notwendig. Nicht die Therapeutinnen können die pädagogischen Aufgaben und Standards für die Pädagoginnen formulieren und umgekehrt. Es geht um ein gleichberechtigtes Miteinander und darum, die Definition von Traumapädagogik den Pädagog*innen und ihren Verbänden federführend zu überlassen. Ich plädiere für einen offenen Umgang mit anderen Bezugswissenschaften, in dem die oben beschriebenen Gefährdungen offensiv auch in Konfrontation mit den Vertretern der Fachdisziplinen diskutiert werden. Und genauso notwendig ist die Integration von psychotraumatologischem, therapeutischem etc. Wissen in die Pädagogik. Das kann nur ein Dialog auf Augenhöhe sein, ein Dialog über Traumapädagogik, der nicht von Therapeuten, Ärzten und Wissenschaftler dominiert wird. Auch eine mögliche Bewertung des therapeutischen Milieus als die bessere Traumapädagogik scheint mir bedenklich. Im Zusammenarbeiten von Pädagogik und Therapie impliziert der Begriff therapeutisches Milieu immer noch eine Bewertung therapeutisch besser als traumapädagogisch die auch gesellschaftlich z. B. durch Ausbildung und Bezahlung zementiert wird. Zudem führt ein heterogener Gebrauch des Begriffes therapeutisches Milieu zu fatalen Missverständnissen: „Auf Fachtagungen und in Diskussionen mit Fachkolleg/innen wird unter der Begrifflichkeit therapeutisches Milieu immer wieder der hervorstechende Einfluss psychotherapeutischer Interventionen verstanden […]“ (Gahleitner 2016, S. 56). Historisch kennzeichnet der milieutherapeutische Ansatz die Notwendigkeit der Öffnung der Pädagogik für andere Bezugswissenschaften. Zur Präzisierung bietet sich die Definition