2026-001/documents/theory/diagnostics/philipp-sucht-sein-ich/pages/199.md

1.7 KiB
Raw Permalink Blame History

199

an den Lebensentwürfen der Mütter und Väter zu orientieren. Der Psychiater Franco Basaglia hat im Rahmen der Psychiatriereform in Italien in den 1970er Jahren als wesentliche Erkenntnis der Menschen in der Psychiatrie und der Helfer formuliert: „[…] dass viele junge und ältere Menschen zu uns kamen und feststellten, dass das Leben innerhalb der Gemeinschaft besser war […] dass dem Egoismus, der unser Leben bestimmt, innerhalb der Gemeinschaft anders begegnet wurde: Mein Leiden ist auch das Leiden der Anderen“ (Basaglia 2002, S. 43). Und das gemeinsame Verstehen und Handeln ist eine hilfreiche Brücke zwischen Herkunft und Zukunft (Weiß/Sauerer 2018a, S. 164 ff.). Literaturtipps Lattschar, B./Wiemann, I. (2017): Mädchen und Jungen entdecken ihre Geschichte. Grundlagen und Praxis der Biographiearbeit. 5., überarbeitete Auflage.

  1. Therapeutisches Know-how integrieren Die Minimierung der Belastungen durch Traumata erfordert die Adaption von therapeutischem Knowhow in die Pädagogik. Dazu dient auch der Versuch einer Vergangenheitsbewältigung des nicht immer einfachen Verhältnisses der Professionen Pädagogik und Therapie (10.1). Die Berücksichtigung von Ursprung und Auswirkungen der unterschiedlichen traumabezogenen Erinnerungsebenen innerhalb des pädagogischen Handelns muss zur Verminderung der Belastungen sowohl der Mädchen und Jungen als auch der professionellen Bezugspersonen beitragen (10.2). Für die Traumabearbeitung kann eine therapeutische Unterstützung hilfreich sein, wenn sie den inhaltlichen Anforderungen (10.3) genügt und die Zusammenarbeit der beiden Professionen dem Wachstum des Mädchens oder des Jungen dient (10.4).