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Trennung als Gruppenthema

Neben Einzelkontakten bietet auch die Gruppenpädagogik Möglichkeiten, den Sinn dieser Trennung zu erschließen: Zeshan lebt in einer Schichtgruppe mit acht anderen Jungen im Alter von sechs bis dreizehn Jahren. So ganz genau wissen die Jungen nicht, warum sie nicht zu Hause leben und wie sie sich im Heim fühlen sollen. Die Rede ist oft vom Scheißheim, obwohl sie sich dort offensichtlich auch wohlfühlen. Die Pädagoginnen beschließen, mit den Jungen den Sinn der Trennung zu thematisieren. In vier Gruppenbesprechungen reden sie über Plus und Minus der Heimunterbringung, über Familie und über den realen Verlust. Die Jungen erzählen von ihren Wunschvorstellungen und ihren inneren Bildern über Familie, die Pädagoginnen informieren über Familienrealitäten. Um den realen Verlust der Jungen ernst zu nehmen und zu thematisieren, organisieren die Pädagog*innen eine Jammersession. Alle neun Jungen jammern darüber, dass sie nicht zu Hause, am besten mit den Eltern als Bilderbucheltern leben können. Wann immer einer der Jungen jammern will, zeigt er das mit einem Jammerlappen, hier ein Spültuch, an. Das gemeinsame Jammern macht ihnen offensichtlich Spaß. Der Ernst der Situation wird trotzdem nicht negiert.

Die so wichtige Frage Warum bin ich hier? kann also auch in der Gruppe bearbeitet werden. Das Zusammensein der Jungen gerade zu dieser Frage entlastet sie, weil sie Gemeinsamkeiten erkennen oder auch erfahren, dass sie über derartig schwierige Herz- und Kopfangelegenheiten sehr gut miteinander reden können. Und dies ist nötig. Einige Mädchen und Jungen im Expertinnenrat des Fachverbandes Traumapädagogik berichteten erschüttert davon, dass manche Mitbewohnerinnen nicht wissen, welchen Sinn die Trennung vom Elternhaus hat. Die Klärung sei eine Grundlage von Zuhause, von angekommen sein.