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Reaktionen, berichtet von komischen Reaktionen. Deutlicher noch sind die Befürchtungen von sexueller Gewalt Betroffener: „Dass es nicht ein Tabuthema ist, dass ich nicht schuld bin und man nicht immer so mit einem Ekel oder schrägen Blick die Menschen anguckt, die sagen, was sie haben.“ (Kavemann et al. 2019, S. 68)
Mit diesen Reaktionen werden Grundgefühle von Menschen aus herausfordernden Lebensumständen wie Schuld, Scham und das Gefühl, nicht dazuzugehören, aktiviert.
Anerkennung der Stärke, die durch das Erlebte erlangt wurde
Eine Expertin und Autorin unseres Buches ‚Hey, ich bin normal‘ (Weiß/Sauerer 2018a, S. 179) beschreibt ihre Vergangenheit, die herausfordernden Lebensumstände als ihren Weg der Stärke: „Und ich bin heute da, wo ich bin, gerade weil ich diese Vergangenheit hatte.“
Das ist sehr reif, doch selten ist die Anerkennung eigener Stärke so klar. Sie könne auch „[…] ein Herausstellen des ‚Anders-Seins‘ von Betroffenen zur Folge haben […]“ (Kavemann et al. 2019, S. 77) und dieses wiederum dazu führen, dass die Stärke nicht anerkannt werden kann. Und dennoch kennen wir den Begriff posttraumatisches Wachstum, der persönliches Wachstum durch die Auseinandersetzung mit dem erlittenen Schmerz und den Bewältigungsstrategien beschreibt (Andreatta/Kratzer 2009). Er ist eng verknüpft mit dem → Kohärenzbegriff von Antonowsky (1997). Dieser Begriff birgt allerdings die Gefahr der Verschleierung von Leid und die Bagatellisierung von gesellschaftlicher Verantwortung, wenn der Schwerpunkt zu schnell auf eine positive Seite gelegt wird. Der Psychoanalytiker Arno Gruen beschreibt in seinem Buch Der Verlust des Mitgefühls. Über die Politik der Gleichgültigkeit die Geschichte der Menschheit als eine Geschichte der Unterdrückung von Mitgefühl (Gruen 1977/2016, S. 32). Opfer bereiteten Unbehagen, man fühle sich belästigt durch Opfer. Das verinnerlichte