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Gehirns auswirken. Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen leiden unter einer verstärkten Ausschüttung von Stresshormonen, sie reagieren auf tatsächliche oder vermeintliche Gefahr mit Hypervigilanz, Übererregung. Wir erleben dies im pädagogischen Alltag als extreme Beeinträchtigung der Mädchen und Jungen in Beziehungen. Die natürliche Plastizität des Gehirns kann von ihnen mit angemessener Begleitung genutzt werden, um sich wieder lebendig und in der Gegenwart verwurzelt zu fühlen. Durch Verstehen dieser Dynamik können wir den Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Selbstbemächtigung ermöglichen, in dem sie in die Lage kommen „[…] die natürliche Plastizität des Gehirns zu nutzen, sich wieder völlig lebendig und in der Gegenwart verwurzelt zu fühlen.“ Und „[…] indem wir dem Körper Erlebnisse ermöglichen, die jenen Gefühlen der Hilflosigkeit und Rage oder dem Zusammenbruch, zu dem es durch Traumata kommen kann, eindeutig entgegengerichtet sind.“ (van der Kolk 2015, S. 11)
Diagnosen helfen – oder doch nicht?
Diagnosen können hilfreich sein. Zumindest sind sie eine Möglichkeit der Distanzierung. Und sie sind nicht die ganze Wahrheit, vielleicht nicht einmal eine kleine. Trauma sei eine Tatsache im Leben, keine diagnostische Kategorie, sondern Schmerz. „Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass das Trauma für die Betroffenen nicht eine Geschichte ist, die irgendwann einmal passiert ist, sondern der gegenwärtige Ausdruck von Schmerz, Horror und Angst innen drin. Trauma ist nicht etwas, was außerhalb der Klienten existiert.“ (van der Kolk 2014, S. 66). Die lebenslange Wirkkraft traumatischer Erfahrungen wird bagatellisiert. Zudem macht es einen Unterschied, „[…] ob man ein Problem als Krise definiert oder es mit einer Diagnose bezeichnet. Die Diagnose macht den Kranken zum Objekt. Spricht man dagegen von einer Krise, lässt man ihn Subjekt sein […]“ (Basaglia 2000, S. 45) Dass ein Trauma nach dem Ereignis vorbei sei, zu dieser Sichtweise beigetragen habe auch die Diagnose Post-traumatische Belastungsstörung: „Der Diskurs um dieses klinische Bild impliziert ein Posttrauma, also eine Zeit in der