2.0 KiB
23
Einleitung
Seit dem Erscheinen der 1. Auflage dieses Buches 2003 hat sich vieles verändert, Das Wissen um die Möglichkeiten der Hilfe ist explodiert. In einigen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe wird konsequent traumapädagogisch gearbeitet. Forschungen belegen, Traumapädagogik ist ein hilfreiches Konzept (KrautkrämerOberhoff et al. 2014; Gahleitner et al. 2015; 2016). Die Fachöffentlichkeit beschäftigt sich auf Tagungen mit den Ausdifferenzierungen der Traumapädagogik. Die Gesellschaft hat sich verändert, es ist rauer geworden, autoritäre Ideologien nehmen weltweit zu. Diese gesellschaftlichen Veränderungen beeinflussen auf tiefgreifende Weise die Situation von Kindern und Jugendlichen. Und es gibt die andere Seite. Erfreulich viele Menschen kämpfen für einen besseren Umgang mit unserer Erde. In Italien lehnen sich junge Menschen gegen Korruption und andere Auswüchse politischer Korruption auf. In Chile wehren sich auch wieder überwiegend junge Menschen gegen die fortschreitende Neoliberalisierung, sie kämpfen für gute Bildung und soziale Gerechtigkeit, in Bali kämpfen junge Frauen gegen den Plastikmüll im Meer, und, und, und … Auch ich habe mich verändert, nicht nur, dass ich jetzt Oma bin, ich wurde schon zuvor Oma der Traumapädagogik genannt. Das ehrt mich. Vor allem aber konnte ich in den letzten zehn Jahren im Kontakt mit Professionellen und mit Expert*innen mein Konzept vertiefen. So hat mich der Begriff ‚traumatisierte Menschen‘, der diese auf die Beschädigung reduziert, schon immer sehr gestört. Eine Teilnehmerin einer Weiterbildung meinte, sie würde lieber von Menschen aus herausfordernden Lebensumständen sprechen. Das übernahm ich gerne, bildet dieser Begriff doch auch die Lebensleistung der Mädchen und Jungen ab. Vor allem konnte ich in Zusammenarbeit mit den Mädchen, jungen Frauen im → Antonia Werr Zentrum und ihrer Leiterin Anja Sauerer das Konzept der Expertenschaft – Menschen aus herausfordernden Lebensumstände sind