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herausforderndem Verhalten der Kinder und Jugendlichen führen – zum gemeinsamen Verstehen und Verstandenwerden ist das Prinzip des „guten Grundes“. Die Pathologisierung der Auswirkungen herausfordernder Lebensumstände wird als nicht zulässig erklärt, weil sie den Betroffenen ihre Würde nimmt. Jedes noch so „auffällige“ oder destruktive Verhalten hat einen guten Grund. Im Leben mit Gewalt und Vernachlässigung kann dieses Verhalten rettend sein, später kann es beeinträchtigen, immer ist es verstehbar und es ist veränderbar, sobald es verstanden wurde. Wilma Weiß‘ gesellschaftskritischer Blick individualisiert Leid und Bewältigung nicht, auch wenn jedes einzelne Kind, auf das sie eingeht, als Individuum mit einer eigenen Geschichte ernst genommen wird. Aber die Geschichten werden kontextualisiert: die gesellschaftliche Wirklichkeit muss erlauben, dass das Trauma bewusst erforscht wird. Hier ist die neue Ausgabe des Buches um einen wichtigen Aspekt ergänzt worden: um die Unterstützung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Wilma Weiß’ kritische Haltung grenzt sich ab von einem beschönigenden oder vereinfachenden Verständnis von Resilienz oder posttraumatischem Wachstum. Es geht nicht um Selbstoptimierung, sondern um die Integration kaum erträglicher Erlebnisse und deren Bearbeitung und Verdichtung zu Erfahrungen. Das Konzept des „sicheren Ortes“ erweitert sie um ein Konzept für den Schutz vor sexueller Retraumatisierung in der Einrichtung. Sie setzt sich dafür ein. dass sich die Fachrichtung Traumapädagogik stärker einer traumasensiblen Geschlechter- und Sexualpädagogik widmet. Wilma Weiß macht klare Ansagen: „Traumapädagogik ist notwendig!“, „Selbst-Verstehen ist wichtig!“, „Transparenz und Partizipation sind unverzichtbar!“. Das sind starke Statements, die im Buch sorgfältig theoriebasiert und praxisbezogen begründet werden. Pädagogik wird in ihrer Analyse in die Verantwortung genommen und gleichzeitig aufgewertet in einem Konzept, das die Integration von therapeutischem Wissen in die Pädagogik und die Zusammenarbeit von Pädagogik und Therapie vorsieht. Es geht um Respekt, Transparenz und Zuverlässigkeit von Pädagog*innen im Alltag der Jugendhilfe. „Kinder und Jugendliche aus stationären Einrichtungen weisen eindeutig den Fachkräften im Alltag die größte