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Der Fachverband als Ort der Qualitätssicherung und -entwicklung in Praxis, Lehre und Wissenschaft

Der Fachverband als Ort der Qualitätssicherung und -entwicklung in Praxis, Lehre und Wissenschaft So erfreulich die enorme Verbreitung der Traumapädagogik einerseits ist, so risikoreich ist diese hohe Dynamik auf der anderen Seite für die Qualität der Fachrichtung. Der Fachverband Traumapädagogik formuliert deshalb nicht nur den Anspruch, ein zentrales Forum für die Weiterentwicklung der Traumapädagogik zu sein, sondern bemüht sich gleichzeitig und auf unterschiedlichen Ebenen der Traumapädagogik um die Sicherung der fachlichen Qualität. Dies geschieht zum einen über die kontinuierliche Herstellung eines annähernden Überblicks über die jeweils aktuellen Entwicklungen (z. B. van Mil 2023) sowie die aktive Entwicklung unterschiedlicher Formate, um den verschiedenen Akteurinnen verlässliche Orientierungspunkte in der teils unübersichtlichen Landschaft an Veröffentlichungen und Angeboten zu bieten. Bezogen auf die Praxis hat der Fachverband mit der Veröffentlichung der traumapädagogischen Standards für die stationäre Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2011 in dieser Hinsicht sicherlich einen Meilenstein gelegt. Differenziert und praxisnah wird hier beschrieben, welche Aspekte zu einem traumapädagogisch fundierten Konzept zählen sollten. Inzwischen wurde ein daran angelehntes Zertifizierungsverfahren für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt, in dessen Rahmen Einrichtungen sich weiterentwickeln und ihre Qualität vom Fachverband bescheinigen lassen können (Schirmer in diesem Band). Mehrere Einrichtungen bzw. Gruppen haben das Verfahren inzwischen erfolgreich durchlaufen und das Qualitätssiegel erhalten. Die Standards selbst wurden zudem von einer Projektgruppe innerhalb des Fachverbands grundlegend überarbeitet und werden nun gemeinsam mit dem Schweizer Fachverband Traumapädagogik (chTP) herausgegeben. Traumapädagogische Inhalte werden inzwischen in zahlreichen psychosozialen Kontexten gelehrt. Zunehmend wird die Traumapädagogik dabei nicht nur von freien Instituten, sondern auch von Hochschulen als relevant erkannt und entsprechend in Form von explizit als traumapädagogisch deklarierten Veranstaltungen und auch ganzen Studiengängen in das jeweilige Angebot aufgenommen. Das Kernstück der Lehre bildet allerdings nach wie vor die vom Fachverband Traumapädagogik gemeinsam mit der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie e. V. (DeGPT) entwickelte und zertifizierte Weiterbildung. Bis zum Jahr 2023 wurden an rund 60 Instituten fast 10.000 Menschen zu Traumapädagoginnen weitergebildet. Für Fachmenschen und Arbeitgebende bieten die beiden Fachverbände mit dem Zertifikat eine wichtige Orientierung bzw. einen klar formulierten Qualitätsstandard angesichts der teils inflationären Verwendung des Adjektivs »traumapädagogisch« zu Beschreibung von Lehrangeboten. Da im Sinne der Qualitätssicherung eine wichtige Anforderung auch darin besteht, die Qua-

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