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Literatur

Kooperation und psychosoziale Traumaarbeit Silke Birgitta Gahleitner und Hans Günther Homfeldt

Bereits in den einleitenden Worten des Handbuchs wurde deutlich: Traumatisierte Kinder, Heranwachsende und deren Familien geraten nicht selten in schwierige Lebenslagen, in denen das Gelingen ihrer Entwicklung, Bildung und Erziehung gefährdet ist. Spätestens seit 2005 ist mit der Einfügung des § 8a (»Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung«) in das SGB VIII die grundsätzliche und keineswegs neue Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe unterstrichen worden, Kinder und Jugendliche davor zu bewahren, dass sie in ihrer Entwicklung Schaden erleiden. Sollen diesen Kindern und Familien zur Unterstützung des Entwicklungsprozesses adäquate Hilfen zur Verfügung stehen, müssen jedoch entsprechende Voraussetzungen erfüllt sein. Um auch schwer traumatisierten und sozial deklassierten Kindern und Jugendlichen in den aktuellen Lebenskontexten angemessen Unterstützung bieten zu können, bedarf es nicht nur der Entwicklung einer adäquaten Methodik in Diagnostik wie auch Hilfeplanung, sondern auch umfassender und gelingender Kooperationsverhältnisse. Denn feststeht: Kinder- und Jugendliche, die an Abbrüchen und Diskontinuitäten leiden, brauchen nicht nur verlässliche Bindungspersonen im Familien- und Helferinnenumfeld, sondern vor allem verlässlich-strukturierende bzw. strukturierte Hilfe­netzwerke. Inzwischen hat sich daher die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Bedarf an biopsychosozialen Hilfen für vulnerable Kinder, Jugendliche und deren Familien sich nur in interprofessioneller Kooperation fachgerecht abklären lässt (hierzu und im Folgenden Homfeldt/Gahleitner 2013; Gahleitner/Homfeldt 2012). Soziale Dienstleistungen der Sozialen Arbeit richten sich an benachteiligte Personen bzw. Personengruppen und dienen der Verbesserung der Lebenssituation und -lage dieser Personen(gruppen). Die Dienstleistungen umfassen u. a. Beratungs-, Behandlungs- und Betreuungsleistungen. Die Einzelfallhilfe ist ein gutes Beispiel für eine soziale Dienstleistung (vgl. Trukeschitz 2006). Kooperationen dieser sozialen Dienste sind noch einmal dringlicher geworden, nachdem der Anteil der gemeinsamen Adressatinnen von Kinder- und Jugendhilfe und Kinderund Jugendpsychiatrie in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich angewachsen ist (Beck/Warnke 2009; Homfeldt 2022, S. 27ff.). Einsichten schaffen noch keine Lösungen! Sie werfen aber eine Reihe von praktischen und theoretischen

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