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Bindung und Trauma 4.Korrigierende Beziehungsgestaltung • Wie kann ich mich emotional versorgen und stabilisieren, welche Unterstützung brauche ich hierzu? • Welches (Beziehungs-)Bedürfnis vermute ich bei dem Kind/bei dem Jugendlichen hinter den gezeigten Verhaltensweisen? Gabriela verhält sich so, weil … ? • Ich überprüfe mit dem Kind/Jugendlichen gemeinsam meine Arbeitshypothese und entwickle ein gemeinsames Verstehensmodell für das gezeigte Verhalten. Du verhältst dich so, weil …? • Wie kann ich die Bedürfnisse der Jugendlichen versorgen? • Wie kann die Jugendliche lernen, sich selbst (mit) zu versorgen? Tab. 1: Prozess der Beziehungsgestaltung

Co-Regulation und Selbst-Regulation Bindungstraumatisierte Kinder und Jugendliche brauchen Bezugspersonen, die durch eine Co-Regulation neue Erfahrungen ermöglichen und eine Förderung und Entwicklung der Selbstregulation anregen. »Wir lernen […] die Regulierung unserer Gefühle, den Umgang mit dem Körper und seinen Bedürfnissen, indem jemand anders uns versorgt, unsere Gefühle ernst nimmt, uns zeigt, was man mit den Bedürfnissen anfängt« (Hantke/Görges 2012, S. 43). Die Regulierung von intensiven Körperempfindungen, Schmerzen oder das Fehlen von Kontakt der Haut ist auf die Hilfe und den Ausgleich von außen angewiesen (Hantke/Görges 2012).

Geduld, Vorhersagbarkeit und Kontinuität Bindungstraumatisierte Kinder und Jugendliche benötigen Pädagoginnen mit Geduld und Kraft, die ihnen Zeit geben, sich zu entwickeln. Die psychologische und die neurobiologische Entwicklung brauchen viele Wiederholungen, um die neuronalen Verbindungen zwischen denen für menschlichen Kontakt und denen für Sicherheit, Vorhersagbarkeit und Wohlbefinden (vgl. Perry/Szalavitz 2006, S. 121) stabiler zu machen. Um neue Lernerfahrungen von Sicherheit und Selbstregulation zu verstärken, zeigen sich Pädagoginnen mit Verhaltensweisen, die vorhersagbar und von Kontinuität geprägt sind.

Feinfühliges Interaktionsverhalten und dialogische Sprache Mary Ainsworth beschreibt Feinfühligkeit als Fähigkeit und Bereitwilligkeit der Betreuungsperson, die Signale des Kindes zu sehen, sie richtig zu interpretieren, und angemessen und prompt darauf zu reagieren (Ainsworth 1977/2011). Für eine päda­ gogische bindungsorientierte Arbeit kann das folgende Möglichkeiten beinhalten: