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Bindung und Trauma
Bindung und Trauma Co-Regulation und Selbstregulation – die äußere und die innere Welt korrigierender Beziehungserfahrungen Thomas Lang
Bindungsorientierte pädagogische Arbeit berücksichtigt die bisherigen Bindungserfahrungen und lässt in der Beziehungsgestaltung Möglichkeiten entstehen, neue und haltgebende Erfahrungen zu machen. Bindungsorientierte Pädagogik ist auch ein Regulationsprozess– von der Co-Regulierung durch die Bezugsperson zur Selbstregulierung des eigenen Selbst.
Die Entängstigung – Die Welt der Menschen ist ein gefährlicher Ort »Ein Kind kann weder seine schulischen Aufgaben erledigen noch ein neues Spiel erlernen, obwohl es hierfür begabt sein mag, wenn es Angst vor seiner pädagogischen Bezugsperson hat. […] Die erste Aufgabe für den Bindungsaufbau in der pädagogischen Arbeit ist daher die Entängstigung des Kindes […]« (Brisch 2009, S. 139).
Wir Menschen sind auf die Einschätzung potenzieller Gefahren in unserer Umgebung eingestellt, ein unbewusstes Überwachungsprogramm tastet unablässig unsere Umgebung nach Gefahren ab, indem es alle Sinnesinformationen verarbeitet. Bevor wir jedoch bei Gefahr fliehen oder kämpfen, wird ein System mobilisiert, das sowohl Beziehung, Bindung und Bindungsprozesse als auch unsere soziale Intelligenz steuert (Levine 2010, S. 131). Dieses System nennt Stephen Porges, ein amerikanischer Professor für Psychiatrie und Biomedizintechnik, das Soziale-Kontakt-System. Bei Unsicherheit orientieren wir uns an Gesichtern, Körperhaltungen und Stimmen unserer Bindungspersonen. Wir möchten uns vergewissern, »dass wir alle in Sicherheit sind. Das bezeichnen wir als Bindungsverhalten« (Levine 2010, S. 132). Bei Menschen mit unsicheren Bindungserfahrungen ist das Soziale-Kontakt-System wenig entwickelt; pädagogische Handlungen verfolgen somit das Ziel, positive und korrigierende Beziehungserfahrungen zu gestalten und das Soziale-Kontakt-System zu fördern. Soll verhindert werden, dass die Kinder und Ju-