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Kinder- und Jugendpsychiatrie: ein möglichst sicherer Ort durch traumapädagogische Haltungen

edukativen Ansätzen können gegenwärtige Symptome und Belastungen sowie mögliche Unterstützungsmaßnahmen sicht- und fassbar werden. In diesem Kontext lernen die jungen Menschen und ihre (elterlichen) Bezugspersonen sich wieder ein Stück weit selbst zu verstehen, was ein essenziell wichtiger Schritt in Richtung Selbstbemächtigung ist (Weiß 2013).

Beziehung gestalten Die in der Traumapädagogik verankerte Verstehensperspektive mit der Annahme der guten Gründe dient der Grundlage zur Beziehungsgestaltung als Kernelement aller Professionen im Rahmen der Psychotherapie, in der Milieutherapie sowie in erweiterten Settings wie Unterricht, Co-Therapien etc. und ermöglicht einen anerkennenden, wertschätzenden und emotionalen Zugang (Gahleitner 2012; Schröder 2020). Insbesondere junge Menschen, welche wiederkehrende Erfahrungen von Vernachlässigung, Missbrauch und/oder Grenzverletzungen durch ihre eigentlich engsten Fürsorgepersonen erlebt haben, entwickeln oftmals Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung, was seitens der Fachpersonen ein hohes Maß an Geduld, Vertrauens(-vorschuss) und Kontinuität erfordert (Schröder 2020). Die Psychotherapie und Milieuarbeit in der KJP basieren auf korrigierenden menschlichen Begegnungen und im Rahmen der Bindungs- und Beziehungsarbeit (Gahleitner 2016). Die verschiedenen Komponenten einer intensiven und geschützten Beziehung in einer Zweierkonstellation (Psychotherapie oder Bezugspersonenarbeit) sowie die nach außen gehende, strukturierte und tendenziell offenere Beziehungsgestaltung durch die Milieutherapie und den erweiterten Settings, können in der Behandlung viele alternative Beziehungserfahrungen eröffnen im Einzelkontakt sowie im Gruppensetting (Gahleitner 2016; Schröder 2020). Die jungen Menschen müssen darin unterstützt werden, ihren Platz in der Gruppe im Kontakt mit den anderen Peers zu verstehen, um einer Verunsicherung durch die aufkommenden Dynamiken entgegenzuwirken sowie sich im Umgang mit Verhaltensweisen und Begegnungen anderer sicher zu fühlen (Kahmen et al. 2022). Die Begleitung kann jedoch nur gelingen, wenn zum einen alle Fachpersonen Kenntnisse über bindungstheoretische Grundlagen sowie Traumafolgestörungen aufweisen (Gahleitner 2021; Nowacki et al. 2023). Zum anderen ist es grundlegend, sich mit den eigenen Bindungsrepräsentationen auseinanderzusetzen, um die Beeinflussung eigener Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster, insbesondere in Stress- und Krisensituationen mit den jungen Menschen zu kennen. Die Rolle der eigenen Bindungsmuster und Gegenübertragungsgefühle als Fachperson im Kontakt mit den jungen Menschen und deren (elterlichen) Bezugspersonen ist in der Beziehungsgestaltung und emotionalen Versorgung fundamental