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Ansätze und Ideen für eine Traumapädagogik in der Behindertenhilfe

Pädagogik der Selbstbemächtigung Ziel der Pädagogik der Selbstbemächtigung nach Wilma Weiß (2009; 2013a; 2013b) ist es, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu verstehen, zu wissen und einordnen zu können, dass frühere Erfahrungen immer noch gültig sind und sie ihre Empfindungen regulieren können. Die Grundlage hierfür ist das Verstehen (Weiß 2013b, S. 145). Häufig kennen die Menschen (ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit oder ohne Behinderung) den guten Grund für ihre Verhaltensweisen wie auszurasten, sich selbst zu verletzten, immer wieder in Gedanken abzuschweifen selbst nicht. Die Annahme, verrückt zu werden ob der wenigen Möglichkeiten sich selbst regulieren zu können, ist ein häufiges Erklärungsmodell. Die Selbstbemächtigung legt den Schwerpunkt darauf, ein Selbstverstehen zu begleiten, um den Menschen die Chance zu geben, die Verhaltensweisen in einen entwicklungslogischen Zusammenhang zu bringen. Nicht die Menschen sind verrückt. Das was sie erlebt haben, ist verrückt. Das Wissen verstehbar und handhabbar für Menschen mit Behinderung aufzuarbeiten, ist dabei eine Aufgabe der in der Behindertenhilfe tätigen Pädagoginnen und interessierten Mitdenkerinnen. Eine Herausforderung dabei ist es, die Komplexität der Inhalte zu reduzieren, um ein Verstehen zu ermöglichen. Dazu gehört auch, eine leichte Sprache anzuwenden und gegebenenfalls Hilfsmittel, Symbole oder Gebärden der Unterstützten Kommunikation mitzunutzen. Sprache und Kommunikation verstehbar zu gestalten (über Sprachcomputer, Symbole oder Gebärden), ist unmittelbarer Bestandteil der Selbstbemächtigungsarbeit durch einen Zugang zu den überwiegend sprachbasierten Angeboten innerhalb und außerhalb einer Einrichtung. Der Zugang zu Sprache ermöglicht eine Teilhabe am sozialen Leben in der Gesellschaft, verringert die Gefühle von Isolation, ermöglicht das Aussprechen von Belastungen und ihren Folgen. Die Anwendung einer leichten Sprache und der Hilfen der Unterstützen Kommunikation sind notwendiger Bestandteil der Traumaarbeit in der Behindertenhilfe (Kessler/ Weiß 2011; Kessler/Liebald 2014). Für die Selbstbemächtigungsarbeit müssen Symbole und Gebärden zur Verfügung gestellt und angeboten werden, die Lebensbelastungen und Folgen von Belastungen in Sprache und einen Ausdruck bringen, die zwischen Körperempfindungen und Gefühlen differenzieren, die einen Zugang zu Ressourcen und Resilienzen verschaffen und die Möglichkeit bieten zu erklären, wie Kopf und Körper reagieren. Für den Einsatz leichter Sprache hat sich in den letzten Jahren insbesondere das Netzwerk Leichte Sprache eingesetzt. Es entstand aus dem Netzwerk People First. »Die Mitglieder von People First setzen sich gemeinsam für die Rechte und die Selbstbestimmung von Menschen mit Lernschwierigkeiten ein sowie für ihre

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