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Herausforderungen in der Arbeit mit unbegleiteten Minderjährigen

Angekommen in der Jugendhilfeeinrichtung In einer Jugendhilfeeinrichtung angekommen, befinden sich die Kinder und Jugendlichen in unterschiedlicher psychischer oder physischer Verfassung, sie sind meist erschöpft, müde und hungrig. Sie tragen in der Regel bis auf wenige persönliche Gegenstände wenig bis kein Gepäck bei sich. Die Kommunikation gestaltet sich aufgrund mangelnder Fremdsprachenkenntnisse oft schwierig. Manche Kinder und Jugendlichen sprechen nur ihre Landessprache, sodass sich die pädagogischen Fachkräfte kreativer Mittel bedienen müssen, um ein Ankommen und Orientieren in der Einrichtung und im Umfeld zu ermöglichen. Häufig leisten Jugendliche, die bereits über Deutschkenntnisse verfügen und übersetzen, Unterstützung. Zur Besprechung von komplexen Themen, Konfliktgesprächen etc. wird ein Dolmetscher oder eine Dolmetscherin hinzugezogen. Im Alltag einer stationären Einrichtung zeigen sich häufig Auffälligkeiten und Symptome wie Depression, Dissoziation, Zustände der Erstarrung oder Übererregung. Häufig haben die Jugendlichen Flashbacks. Sie leiden u. a. an Kopf- und/oder Bauchschmerzen, Einschlafschwierigkeiten, Schlafstörungen, Albträumen, Konzentrationsproblemen, innerer Nervosität und Ruhelosigkeit. Nicht selten empfinden die Jugendlichen neben der Freude, angekommen zu sein, Scham darüber, dass sie die Familie alleine zurückgelassen haben. Zudem kommt es durchaus vor, dass Kinder und Jugendliche von der Familie im Herkunftsland den Auftrag erhalten haben, sie finanziell zu unterstützen und das geliehene Geld für die Flucht zurückzubezahlen. Unter diesem familiären Druck entscheiden sich manche von ihnen dagegen, im Rahmen der Jugendhilfe zunächst einen Schulabschluss zu machen, um stattdessen möglichst schnell eigenes Geld für die Familie zu verdienen. Dies bedeutet eine große Verantwortung und einen kaum aushaltbaren Druck. Außerdem sind sie in Deutschland meist mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus, unklaren Zukunftsperspektiven, gesellschaftlicher Ausgrenzung und fehlender Partizipation konfrontiert. Schnell wird deutlich, dass die geflüchteten Kinder und Jugendlichen meist nicht nur eine traumatische Erfahrung machen, sondern es sich um eine sequenzielle Traumatisierung handelt (Hargasser 2014). Sie durchlaufen verschiedene Sequenzen der Traumatisierung, welche entscheidend auf ihre Entwicklung wirken und oftmals Ohnmachtsgefühle, Angst, Aggression und andere spezifische Belastungsreaktionen hervorrufen. Diese Problemlagen und spezifischen Belastungsreaktionen sind immer als Bewältigungsversuche (Gahleitner 2013) und als Symptom einer gesellschaftlichen Störung zu interpretieren, die durch die traumapädagogische Begleitung der Kinder und Jugendlichen verstehbar und veränderbar sind.

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