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Sekundäre Traumatisierung

Selbstfürsorge die Entwicklung einer traumasensiblen Kultur der Selbstsorge Den zentralen Wirkungen psychosozialer Gewalt auf der persönlichen Ebene entgegenzuwirken bedeutet, individuell passende Strategien zu finden, die zur Prävention sekundärer Traumatisierung beitragen: • Akzeptieren der Basis der Selbstfürsorge: sich selbst erlauben, überhaupt für sich zu sorgen; • Suchen von Reflexionsräumen zur Wahrnehmung und Akzeptanz eigener Belastungsgrenzen (Beitrag zu Selbstbemächtigung); • Anwendung von Methoden zur Distanzierung und Stabilisierung, Suche nach Möglichkeiten individueller Regeneration (Erhöhung der Selbstwirksamkeit); • Achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper (Erhöhung der Selbstwirksamkeit); • Auseinandersetzung mit Fragen wie: »Was macht die Arbeit mit mir? Wer bin ich in diesem Thema? Welches ist der persönliche Sinn, den ich mit meiner Arbeit verbinde« (soziale Werte); • Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zu ethischen Fragen z. B. im Kontakt mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, zur Haltung gegenüber struktureller Gewalt usw. (der Korrumpierung sozialer Werte entgegenwirken); • Inanspruchnahme von Supervision (Teamkonflikten, Problemkreisläufen und Fragmentierung entgegenwirken, Zusammenhalt durch gemeinsame Fallreflexion); • Alles, was Freude bereitet: tanzen, feiern, lachen, singen, Freundinnen treffen, ins Kino gehen … (Empowerment). Abschließend füge ich hinzu: Für die Prävention sekundärer Traumatisierung halte ich eine Auseinandersetzung mit der eigenen beruflichen Identität als Pädagogin für einen zentralen Aspekt. Psychosoziale Traumaarbeit bedeutet, überwältigte Menschen beim Weiterleben in einer unsicheren Welt zu begleiten. Dies ist ein Anspruch, der von den Fachkräften in diesem Feld unter oft schwierigen Bedingungen und mit viel Engagement und hoher fachlicher Kompetenz geleistet wird. Im Sinne professioneller Selbstbemächtigung und gesunden Seins halte ich es für angebracht, dort, wo traumapädagogische Arbeit stattfindet, mit professionellem Selbstbewusstsein eine traumasensible Organisationskultur einzufordern und diese mitzugestalten.