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Sekundäre Traumatisierung
• Kognitive Psychologie – es wird darauf hingewiesen, dass sekundäre Traumaex-
position bei Pädagog*innen Prozesse auslösen kann, die ihre Vorstellungen vom Sein in der Welt existenziell erschüttern. »Die Lebensgeschichten chronisch traumatisierter Kinder und Jugendlicher sind aufgrund der Schrecken und der Missachtung des Kindes als Subjekt ein Angriff auf das innere System der Bezugsperson. (…) all dies erfordert eine Auseinandersetzung mit den Grundwerten. Diese Auseinandersetzung ist umfassend, eingreifend und nicht zu vermeiden« (Weiß 2006, S. 148). • Psychoanalyse – hingewiesen wird auf die Bedeutung einer Dynamik, die in der Psychoanalyse als Übertragung und Gegenübertragung beschrieben wird. Ihr wird von verschiedenen Autoren hohe Bedeutung in Bezug auf die Entwicklung von Überforderungsreaktionen zugeschrieben. »Ein für die Beziehungsarbeit unerlässliches Instrument, die Einfühlung, fordert die professionellen HelferInnen auf, die Position und die Geschichte des Opfers zumindest zeitweise zu verstehen. Weniger intensiv als die Kinder leben sie dann die Gefühle von Angst, Ohnmacht, Verwirrung durch. Dieses Erleben bezeichnen Psychoanalytiker als konkordante Gegenübertragung. (…) Die konkordante Identifikation kann das Gefühl auslösen, alleine zu stehen, keine Unterstützung zu haben. Möglicherweise werden die PädagogInnen handlungsunfähig (…) sie resignieren und werden depressiv, erschöpft bis hin zu psychischem Ausgebranntsein« (Weiß 2006, S. 152). • Systemische Konzepte – Im Kontext psychosozialer Traumaarbeit findet die Orientierung an systemischer Theoriebildung und systemischen Handlungskonzepten zunehmende Verbreitung. Die Wirkung sekundärer Traumaexposition wird auf dem Hintergrund des Wirkens zirkulärer Dynamiken in traumadeterminierten Systemen betrachtet (Hantke/Görges 2012; Jegodtka 2013). Ich halte ein systemtheoretisch begründetes Verstehen traumatischer Prozesse für angemessen, da dieses »[…] prinzipiell dazu anregt, mehrere (System-)Ebenen im Blick zu behalten« (Korittko/Pleyer 2010, S. 161). Die Folgen von Trauma und Gewalt bleiben nicht auf den einzelnen Menschen, das jeweilige Kind, die individuell betroffene Kollegin beschränkt. Sie manifestieren sich auf allen Systemebenen und stehen zueinander in rekursiver Beziehung. Die kränkende Wirkung, welche die intensive Konfrontation mit den Folgen von Gewalt haben kann, ist Teil dieses Geschehens.
Den zentralen Wirkungen psychosozialer Traumatisierungen begegnen Im Folgenden stelle ich ein Konzept systemischer Traumaarbeitvor, das in Südafrika von der Nichtregierungsorganisation »Sinani« (das bedeutet in isiZulu: »Wir