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Anerkennung der Geschlechtsidentität aus Familienperspektive
ihre Identität betreffend, erst einmal ganz allein auf sich gestellt, emotional abarbeiten. Häufig beschreiben meine minderjährigen Klientinnen Gefühle wie Verlassensein, Alleinsein, Fremdsein in der zugeordneten Peergroup, allgemeine Verunsicherungen, erheblicher Anpassungsdruck und spätestens mit Beginn der ersten pubertären Veränderungen Panikattacken, Kontrollverlust, soziale Ängste, selbstverletzendes Verhalten und suizidale Gedanken. Neben dem eigenen inneren Erleben gibt es in vielen Fällen zusätzlich erhebliche Diskriminierungserfahrungen, die sich auf zwei grobe Felder reduzieren lassen: Einmal die Diskriminierung durch aktive Handlungen von Mitmenschen und zum anderen Diskriminierungserfahrungen durch strukturell gesetzte Heteronormativität. Die strukturelle Einteilung der institutionalisierten Umgebung in männlich und weiblich schafft Hürden, die TNA Kinder und Jugendliche erst einmal als nicht hinterfragbar und unüberwindbar erleben. Für Sorgeberechtigte gibt es andere Barrieren zu überwinden. Sie hinken regelhaft mit ihrem Wissen um die Geschlechtsidentität ihres Kindes weit hinter dem Wissen ihrer Kinder her. Zwar äußern Elternteile meist, dass sie eine unterschiedliche Entwicklung wahrgenommen haben, diese aber auch nicht benennen konnten. Von Erleichterung darüber zu wissen, »was mit dem eigenen Kind los ist« bis hin zu tief empfundener Trauer über den Verlust des Bildes, welches sich Eltern/ Sorgeberechtigte von ihren Kindern machen, »so als ob mein Kind tot wäre«, reicht das Erleben von Eltern. Hier gilt es, beide Seiten miteinander ins Gespräch und in die Aushandlung zu bringen. Ein Coming-out, insbesondere im jugendlichen Alter, erfolgt häufig unter Pubertätsdruck und ist nicht selten mit dem Wunsch verbunden, die Pubertät zu stoppen oder in angleichende Maßnahmen zu gehen, weil Teile des eigenen Körpers extrem dysphorisch erlebt werden. Nicht selten wird dies begleitet durch depressive Verstimmungen und starken Rückzug aus dem sozialen Umfeld. Eltern dagegen müssen sich erst einmal mit der Tragweite ihrer eigenen Gefühle auseinandersetzen. Nicht selten fallen in der ersten Überraschung und Hilflosigkeit Sätze wie: »Wir warten erst einmal ab, das ist doch nur eine Phase, das glaube ich nicht, ich liebe dich, aber du bleibst mein Mädchen/ Junge.« Als Abwehrreaktion verständlich, aber für die betroffenen Kinder und Jugendlichen bedeutet es oftmals eine starke Zurückweisung ihres Muts und des Vertrauens, welches sie in ihre Bezugspersonen gesetzt haben. Rückzug, aggressives Verhalten gegen die Eltern oder gegen sich selbst gerichtet sowie Sprachlosigkeit auf beiden Seiten sind wiederkehrend zu beobachtende Muster. Alle Beteiligten wieder an einen Tisch zu bekommen und gemeinsam auszuhandeln, wer was schon leisten kann und deutlich zu machen, dass nicht die Eltern, sondern das Kind die höchste Last zu tragen hat, ist ein wichtige Maßnahme. Transition ist als Familienprozess zu verstehen und zu etablieren, um nicht revidierbare Brüche in der Herkunftsfamilie zu vermeiden. Ein klassisches Beispiel aus meinem Beratungsalltag:
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