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Scham und Beschämung mit Blick auf Trauma

Raum muss hier mehr als wohlfeile Metaphorik für eine heuristische Praxeologie sein und dazu braucht Raum eine theoretische Fundierung. Mit der so­ genannten topologischen bzw. raumkritischen Wende (spatial turn), die gegen Ende der 1980er-Jahre einen Paradigmenwechsel in den Kultur- und Sozialwissenschaften eingeläutet hat (Dünne/Günzel 2006), wird die Kategorie des Raumes in ihrer kulturellen und zu kultivierenden Dimension aufgegriffen. Es geht dabei immer um konkrete (mitunter auch virtuelle) Orte mitsamt ihrer jeweils vielschichtigen sozialen und historischen Bedeutungsstruktur. Raum wird hier nicht als indifferentes physikalisches Behältnis gedacht, sondern als bedeutsame Rahmung sozialer Beziehungen, als Netzwerk, in welchem Subjekte Eingebundenheit in etwas Gemeinsames erfahren. Auf dieser Grundlage versteht Brunner (2014) in seiner »Politik des Traumas« Räume auch als spezifische, Gewalt ermöglichende Orte. In einem ausschließlich klinisch-medizinischen Traumadiskurs bleibt die Perspektive jedoch zu stark auf die (krankheitswertigen) Leidenszustände des Individuums reduziert. Eine traumapädagogische Praxis will darüber hinaus aber gesellschaftspolitische Strukturen mitdenken und das heißt wiederum: gewaltermöglichende Räume erkennen und alternative Räume der Anerkennung des Schmerzes gestalten.

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