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Wir sind alles

Wir sind alles Expert*innen über Belastungen, Bewältigungsstrategien, Stärken und darüber, was hilft und was nicht Yasmina Errafay, Luna Flür, Dorina Horvath, Claudia Kaiser, Noah Meloni, Lotta Stern, Celine Wagner, Viktoria Neubert und Ana Maria Gheorghe

Einleitung Wir, die Autorinnen dieses Beitrags, sind Expertinnen für herausfordernde Lebensumstände; teilweise sind wir auch Expertinnen und Profis zugleich, denn einige von uns absolvieren eine pädagogische Ausbildung. Wir haben alte und neue Belastungen, alte und neue Bewältigungsstrategien, Stärken und Ohnmachtserfahrungen, zerstörerische und hilfreiche Menschen kennengelernt. Das fühlt sich für uns als sehr viel, als umfassend an, deshalb der Titel dieses Beitrags »Wir sind alles«. Und wenn Sie, liebe Leserinnen dieses Textes, eher die eine Kraft des Bewältigens sehen, bedenken Sie: Das ist viel, viel Belastung, viel Anstrengung. Wir wollen und können nicht aus Scheiße Gold machen (wie der Esel im Märchen »Tischlein deck dich« der Gebrüder Grimm). Wir sind Mädchen und Jungen, junge Frauen und junge Männer, die traumatisierende Lebensumstände überstehen mussten. Im Expertinnenrat, dem fachlichen Beirat des Fachverbandes Traumapädagogik, haben wir gemeinsam gelernt, Wunden und ihre Auswirkungen zu verstehen. Wir alle haben wie die meisten Menschen Wunden, große, kleine, welche aus kurzen Belastungen, welche aus extremen und/oder chronischen Belastungen. Und wie belastend jede*r die Erfahrungen empfindet, ist immer persönlich. Trauma und/oder herausfordernde Lebensumstände sind der Normalfall, nicht das Außergewöhnliche. Auffällig war, dass es uns schwergefallen ist, die Belastungen aufzuschreiben, uns sind immer mehr Stärken eingefallen. Es sind Stärken, die aus Schmerz entstanden sind. Gut, dass der Mensch wegtreten, dissoziieren kann. In der weiteren Diskussion haben wir gemerkt, dass diese Stärken aus den Bewältigungsstrategien entstanden sind, das Kapitel Bewältigungsstrategien haben wir deshalb dann noch eingefügt. Ein Hinweis zur Schreibweise dieses Beitrags: Mal schreiben wir in Wir-Form, mal in Ich-Form, mal gilt es für alle, mal für Einzelne. Und wir schreiben in unserer Sprache, also der Umgangssprache.