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Dorothea Zimmermann Beratung von Müttern, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, im Kontext einer mädchenspezifischen Krisenintervention
Fallbeispiel:
„Als meine Tochter aus dem Haus war, hab ich mich das erste Mal wirklich von ihm frei gefühlt.“
Diese Antwort einer Mutter auf die Frage, wie es ihr jetzt ginge, nachdem ihre Tochter den familiären Zusammenhang verlassen hat, berührte mich sehr. Vorher hatte ich Frau Minter zu ihrer Geschichte, ihren Beziehungen und zum Vater der Tochter befragt. Dazu gehört immer auch die Frage nach der Erfahrung von häuslicher Gewalt. Nachdem sie zunächst ganz erstaunt war, dass sie im Kontext einer Kinderschutzeinrichtung nach ihren eigenen Erfahrungen gefragt wurde, berichtete sie - auf eine Art ganz erleichtert - schreckliche Szenen: Ǯȱ ȱȱǰȱȱȱȱǰȱȱȱȱãǰȱȱȱȱȱ§Ĵǰȱ mich auch vom Balkon zu schubsen. Sarah sah mich schreiend mit großen Augen an und ich gestand ihm alles zu, nur um diese Situation zu beenden.“
Frau Minter1 hatte es immerhin nach einem relativ kurzen Zeitraum, nach vier Jahren, als die Tochter drei Jahre alt war, geschafft, diese Beziehung zu beenden. Sie baute sich ein neues Leben auf, ging keine neue Partnerschaft ein und etablierte sich beruflich soweit, dass sie die Tochter und sich versorgen konnte. Ihrer Tochter gegenüber hatte sie die Gewaltsituationen nie erzählt. Der Vater wäre unzuverlässig gewesen, hätte nie für Sarah gezahlt und kein Interesse gezeigt. Deshalb gäbe es keinen Kontakt. Sarah hat sich so ein eigenes Bild von ihrem Vater zusammenphantasiert, das von einigen Idealisierungen durchzogen ist. Jede Verteidigung des Vaters durch die Tochter, jeder Kontaktwunsch 1
Alle Namen wurden geändert.