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Kapitel 5: Kooperation
Übersicht
Dieses Kapitel befasst sich mit der zentralen Bedeutung der Kooperation in der Sozialen Arbeit. Es wird unterschieden zwischen der Arbeitsbeziehung zu Klientinnen und Klienten (Koproduktion) und der Kooperation auf der Fachebene (intra- und interprofessionelle Zusammenarbeit). Die professionelle Beziehung wird als Mittel zur Zielerreichung und nicht als Selbstzweck verstanden.
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5.1 Arbeitsbeziehung mit Klientinnen
Soziale Arbeit ist eine Dienstleistung, die nur gemeinsam von Fachkraft und Klient in einem dialogischen Verständigungsprozess erbracht werden kann. Dieses Strukturmerkmal wird als Koproduktion bezeichnet. Professionelle der Sozialen Arbeit stellen keine fertigen Produkte her, sondern unterstützen Menschen bei der Lebensbewältigung, ermöglichen Bildungsprozesse und fördern soziale Integration. Die Qualität der Beziehung gilt als entscheidende Voraussetzung für das Gelingen des Hilfeprozesses, auch wenn der Fachdiskurs hierzu im Vergleich zur Psychotherapie weniger breit ist (Hochuli Freund/Stotz 2021, P89-90).
5.1.1 Rahmenbedingungen
Die Gestaltung der Arbeitsbeziehung wird maßgeblich durch die Kontextbedingungen geprägt, die sich von privaten Beziehungen unterscheiden:
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Freiwilligkeit, Dauer und Verbindlichkeit: Die Bedingungen variieren stark je nach Praxisfeld. In der stationären Kinder- und Jugendhilfe teilen Sozialpädagogen den Alltag mit Klienten, was eine hohe Intensität bedeutet. Im Strafvollzug ist die Beziehung durch Unfreiwilligkeit geprägt. Beratungssettings können kurzzeitig sein, während die offene Jugendarbeit durch Freiwilligkeit und Unverbindlichkeit gekennzeichnet ist (Hochuli Freund/Stotz 2021, P90-91).
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Entstehen der Arbeitsbeziehung: Die Beziehung entsteht meist nicht durch freie Wahl (wie bei Freundschaften), sondern durch Zuweisung oder Einweisung. Klienten wenden sich in Notlagen an eine Organisation, die ihnen eine Fachkraft zuteilt. Der Organisationsauftrag definiert den Rahmen (Ort, Zeit, Dauer, Intensität). Motivation und Kooperationsbereitschaft sind oft nicht vorausgesetzt, sondern müssen erst erarbeitet werden (Hochuli Freund/Stotz 2021, P91-92).
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Aufgabenorientierung: Die Beziehung dient keinem Selbstzweck, sondern der Bearbeitung spezifischer Aufgaben und Probleme (z.B. Alltagsbewältigung, Erziehung). Sie ist gekennzeichnet durch eine strukturelle Asymmetrie: Die Fachkraft verfügt als Repräsentantin der Organisation und aufgrund ihrer Kompetenz über mehr Macht als der hilfesuchende Klient. Sie hat oft ein Doppelmandat von Hilfe und Kontrolle. Es gilt, die Balance zwischen verständigungsorientiertem Handeln (Subjekt-Subjekt-Beziehung) und strategischer Aufgabenorientierung zu finden (Hochuli Freund/Stotz 2021, P92-93).
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Begrenzungen: Professionelle Beziehungen sind stets zeitlich befristet. Auch wenn die Organisation eine langfristige Begleitung garantiert, gilt dies nicht für die einzelne Fachkraft (Schichtwechsel, Stellenwechsel). Zudem ist die Hilfe durch ökonomische Ressourcen begrenzt. Das intentionale Ziel ist stets "Hilfe zur Selbsthilfe", was bedeutet, dass professionelle Unterstützung darauf angelegt ist, sich selbst überflüssig zu machen (Hochuli Freund/Stotz 2021, P93).
5.1.2 Pädagogische Beziehungskonzepte
Historisch hat sich die Sozialpädagogik intensiv mit der Beziehung zwischen Erzieher und Zögling auseinandergesetzt, insbesondere im Kontext des Heranwachsens junger Menschen.
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Herman Nohl (Pädagogischer Bezug): Nohl, ein Vertreter der geisteswissenschaftlichen Pädagogik, definierte den "Pädagogischen Bezug" als ein "leidenschaftliches Verhältnis eines reifen Menschen zu einem werdenden Menschen, und zwar um seiner selbst willen, dass er zu seinem Leben und seiner Form komme".
- Merkmale: Die Beziehung ist geprägt von emotionaler Nähe ("leidenschaftlich"), Liebe und Autorität des Erziehers sowie Gehorsam und Liebe des Zöglings.
- Wechselseitigkeit: Der Erwachsene bringt seinen Bildungsvorsprung und seine Reife ein, das Kind seine Spontaneität und zukünftigen Möglichkeiten.
- Anwaltschaft: Der Erzieher vertritt die Interessen des Kindes gegenüber gesellschaftlichen Ansprüchen ("um des Zöglings willen").
- Auflösung: Ziel ist die Entfaltung der Bildungsmöglichkeiten des Kindes und die Auflösung der Abhängigkeit (Hochuli Freund/Stotz 2021, P93-95).
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Hermann Giesecke (Öffentliche pädagogische Beziehung): Giesecke revidierte Nohls Konzept für moderne gesellschaftliche Bedingungen (Demokratisierung, Pluralisierung). Er betont den Charakter der Sozialen Arbeit als bezahlte Tätigkeit im öffentlichen Auftrag.
- Begrenzung: Die Beziehung ist zweckgebunden (Lernziele), zeitlich befristet (Arbeitszeit) und auf eine potentiell unbegrenzte Anzahl von Personen ausgerichtet.
- Distanz: Er fordert Distanz, Höflichkeit und Respekt statt "Liebe" oder Identifikation. Emotionale Aspekte, die nicht lehr- und prüfbar sind, dürfen nicht zur Maxime erhoben werden.
- Asymmetrie: Professionalität zeigt sich darin, dass der Erzieher die Art der Beziehung definiert, damit das Kind sich darauf einstellen kann.
- Kompetenz: Das Kind entwickelt Vertrauen nicht zur Person, sondern zur professionellen Kompetenz des Erziehers (Hochuli Freund/Stotz 2021, P95-96).
5.1.3 Psychoanalytische Beziehungskonzepte
Die Psychoanalyse hat das Verständnis von Beziehungsdynamiken in der Sozialen Arbeit stark beeinflusst, insbesondere durch die Anerkennung unbewusster Prozesse.
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Grundlagen: Zentrale Konzepte sind das Strukturmodell der Psyche (Es, Ich, Über-Ich), die prägende Bedeutung der frühen Kindheit für die Persönlichkeitsstruktur und das Unbewusste. In der Interaktion werden verinnerlichte Beziehungsmuster wiederholt (Übertragung). In der Therapie verhält sich der Analytiker abstinent, um als Projektionsfläche zu dienen, und nutzt die Beziehung zur Bewusstmachung dieser Muster (Hochuli Freund/Stotz 2021, P96-97).
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Traditionslinien in der Sozialen Arbeit:
- August Aichhorn: Wandte die Psychoanalyse in der Fürsorgeerziehung an ("Verwahrloste Jugend", 1925). Er sah Dissozialität als psychische Funktionsstörung. Anders als Freud nutzte er die positive Übertragungsbeziehung gezielt manipulativ zur "Charakterkorrektur" und zur Durchsetzung von Erziehungszielen. Dies wird heute kritisch als Machtmittel gesehen, da die Reflexion der Übertragung fehlte (Hochuli Freund/Stotz 2021, P97-98).
- Siegfried Bernfeld: Betonte in "Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung" (1925), dass die Grenzen pädagogischer Einwirkung im Erzieher selbst liegen. Dieser reagiert mit eigenen Übertragungsimpulsen auf das Kind. Psychoanalyse dient hier zur Selbstaufklärung und Reflexion der eigenen "seelischen Tatsachen" und Verstrickungen (Hochuli Freund/Stotz 2021, P98-99).
- Florence Hollis: Prägte die psychoanalytisch orientierte Einzelfallhilfe in den USA. Sie fokussierte auf die psychodynamische Betrachtung der Persönlichkeit des Klienten und die Akzentuierung der Beziehung, vernachlässigte aber laut Kritikern die Theorie der analytischen Situation (Hochuli Freund/Stotz 2021, P99).
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Ulrich Oevermann (Arbeitsbündnis): Der Soziologe Oevermann konzipierte ein Arbeitsbündnismodell analog zum Arzt-Patient-Verhältnis.
- Stellvertretende Krisenbewältigung: Professionalisierte Praxis setzt dort ein, wo Menschen ihre Krisen nicht mehr autonom bewältigen können.
- Strukturlogik: Zentral ist die widersprüchliche Einheit von spezifischen und diffusen Beziehungskomponenten.
- Diffus: Klient und Fachkraft binden sich als ganze Personen emotional aneinander (ähnlich Eltern-Kind-Beziehung). Regel für den Klienten: "Sei diffus" (alles thematisieren).
- Spezifisch: Die Beziehung bleibt vertraglich geregelt und rollenförmig. Regel für die Fachkraft: "Sei spezifisch" (Abstinenz, Rollenwahrung).
- Anforderung: Die Fachkraft muss die formale Rolle wahren, sich aber gleichzeitig auf eine emotionale Beziehung einlassen und ihre Gegenübertragungsgefühle kontrollieren und zur Deutung nutzen (Hochuli Freund/Stotz 2021, P100-101).
5.1.4 Weitere Konzepte von Arbeitsbeziehungen
Neben pädagogischen und psychoanalytischen Ansätzen gibt es spezifische Konzepte aus der Sozialen Arbeit.
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Ruth Bang (Emotionelles Angebot): Bang betonte in den 1960er Jahren die "helfende Beziehung" als methodisches Hilfsmittel. Sie unterscheidet vier Phasen des Hilfeprozesses.
- Emotionelles Angebot: In der Anfangsphase ("Herstellen eines günstigen Arbeitsklimas") muss die Sozialarbeiterin ein "emotionelles Angebot" (Wohlwollen, Wärme, Interesse, Anteilnahme) machen, um die negativen Gefühle des Klienten (Angst, Misstrauen, Wut) aufzufangen.
- Haltung: Dies erfordert eine akzeptierende, nicht verurteilende Grundeinstellung und den Wunsch zu verstehen.
- Identifizierung: Im weiteren Verlauf dient die positive Beziehung und die Identifizierung des Klienten mit der Fachkraft als Motor für Wandlungsprozesse und neue Verhaltensweisen.
- Übertragung: Bang sieht Übertragungen auch als Chance für die Diagnose, warnt aber vor unerkannten negativen Übertragungen (Hochuli Freund/Stotz 2021, P101-105).
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Burkhard Müller (Arbeitsbündnis und Selbstreflexion): Müller setzte sich kritisch mit dem Dienstleistungsmodell (nach Goffman) auseinander. In der Sozialen Arbeit lässt sich der Klient als "Partner" der Dienstleistung nicht vom "Objekt" der Bearbeitung (seine Person/Alltag) trennen. Dies birgt die Gefahr von Übergriffen.
- Gegenübertragungskontrolle: Er sieht das psychoanalytische Modell als Antwort, da es die Beziehung selbst zum Gegenstand der Kompetenz macht. Kern ist die Fähigkeit zur qualifizierten Selbstkritik und Wahrnehmung der eigenen Betroffenheit.
- Nähe und Distanz: Zusammen mit Dörr betont er die Notwendigkeit, Nähe und Distanz kunstvoll zu verschränken ("Nähe in der Distanz"). Dies muss auf drei Ebenen geschehen:
- Beziehung: Solidarische Akzeptanz vs. kritische Distanz.
- Person: Selbstreflexive Distanz zur eigenen Subjektivität.
- Organisation: Distanz zu institutionellen Zwängen vs. Rolle als Vertreter der Organisation.
- Arbeitsbündnis: Dient der Klärung des diffusen Mandats und der reflektierten Selbstbegrenzung der Intervention (Hochuli Freund/Stotz 2021, P105-107).
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Maja Heiner (Beziehungsfundierte Passung): Heiner sieht die Beziehungsgestaltung als zentrale Aufgabe für eine individuelle "Passung" von Problemlage und Bearbeitungsform.
- Merkmale: Das Modell ist gekennzeichnet durch Aushandlungs- und Beteiligungsorientierung sowie Förderung der Eigenverantwortung.
- Vorgehen: Ein flexibles, reflektiert experimentierendes Vorgehen ("beobachtendes Ausprobieren") ist gefordert. Bei unfreiwilligen Kontakten ist behutsame Annäherung nötig.
- Balance: Professionelle müssen widersprüchliche Anforderungen ausbalancieren: Personen- vs. Zielorientierung, Symmetrie vs. Asymmetrie, Hilfe vs. Kontrolle (Hochuli Freund/Stotz 2021, P107-108).
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Cornelia Schäfter (Beratungsbeziehung): Schäfter entwickelte ein theoretisches Konzept mit vier grundlegenden Arbeitsprinzipien:
- Reflexive, kontextbezogene Zuwendung: Eine innere Haltung intensiver Anteilnahme und des "Daseins", die eine emotionale Basis schafft.
- Selektive persönliche Öffnung: Dosierte Selbstoffenbarung der Fachkraft, um Nähe und Vertrauen herzustellen ("geschicktes Lavieren zwischen Förmlichkeit und Spontaneität").
- Ressourcenorientierung: Konsequenter Blick auf Stärken und Gelingendes, Überzeugung von Entwicklungsmöglichkeiten.
- Kompetenzpräsentation: Bewusstes Einbringen und Zeigen der eigenen fachlichen Kompetenz (Wissen, Können, Performanz), da Klienten dies erwarten und es die Asymmetrie produktiv nutzt (Hochuli Freund/Stotz 2021, P109-112).
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Silke Gahleitner (Beziehungsprofession): Gahleitner fokussiert auf Klienten mit multiplen Problemlagen ("hard-to-reach"), die oft Beziehungsabbrüche erlebt haben.
- Ziel: Eine "emotional korrigierende Bindungs-, Beziehungs- und Netzwerkorientierung". Die professionelle Beziehung dient als "schützende Inselerfahrung" und Türöffner für Veränderungen im gesamten Netzwerk.
- Prozessmodell:
- Beziehungsorientiertes Verstehen: Diagnostik von Bindungsstrukturen.
- Ermöglichen neuer Beziehungserfahrungen: Vertrauensaufbau durch bindungssensible Nähe-Distanz-Regulierung.
- Chancen zu persönlichen Veränderungsprozessen: Anstoß von Identitätsentwicklung.
- Vertrauensvolles professionelles Umgebungsmilieu: Der gesamte Alltag (z.B. in der Wohngruppe) muss vertrauensbildend wirken.
- Tragfähige Basis für das spätere Leben: Transfer der Beziehungskompetenz in das soziale Netzwerk (Hochuli Freund/Stotz 2021, P112).
5.2 Kooperation auf der Fachebene
Kooperation ist ein Strukturprinzip sozialer Organisationen. Sie ist notwendig aufgrund der komplexen Problemlagen der Klienten und der Arbeitsteiligkeit der Hilfesysteme. Kooperation zeichnet sich durch bewusstes, planvolles Vorgehen und gegenseitige Abstimmung aus.
5.2.1 Intraprofessionelle Kooperation
Dies bezeichnet die Zusammenarbeit innerhalb der eigenen Profession, insbesondere im sozialpädagogischen Team.
- Teamarbeit: Ein Team ist eine kleine Gruppe von Personen mit gemeinsamen Zielen, die zusammen eine Dienstleistung erbringen und gemeinsam dafür verantwortlich sind. Es besteht eine funktionale Aufgaben- und Zielorientierung.
- Formen der Zusammenarbeit:
- Koagierend: Mitglieder arbeiten relativ unabhängig voneinander (z.B. sozialpädagogische Familienbegleitung). Teamsitzungen dienen der Koordination und dem Austausch.
- Interagierend: Hoher Kooperationsbedarf, gemeinsame Ausrichtung der Aktivitäten auf Klienten, oft gleichzeitiges Handeln (z.B. Wohngruppe). Erfordert kontinuierliche Abstimmung.
- Kompetenzen: Gefordert sind soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Teamfähigkeit.
- Persönlichkeitsmerkmale: Förderlich sind gemäß dem Fünf-Faktoren-Modell (Big Five): emotionale Stabilität, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit sowie Empathie und eine kooperative (statt kompetitive) Einstellung (Hochuli Freund/Stotz 2021, P113-115).
5.2.2 Interprofessionelle Kooperation
Dies bezeichnet die Zusammenarbeit mit Angehörigen anderer Professionen (Lehrer, Ärzte, Juristen, Psychologen, Polizisten).
- Rahmenbedingungen: Soziale Arbeit hat kein Tätigkeitsmonopol, sondern eine "diffuse Allzuständigkeit". Ihr Expertenstatus ist oft weniger klar definiert oder geringer als der klassischer Professionen (Medizin, Jura). Dies kann zu Anpassungsdruck führen ("Einfärbung" des Handelns).
- Konstellationen:
- Kontinuierliche Zusammenarbeit: Fallbegleitend, z.B. im Gesundheitswesen, oft mit Hierarchiegefälle.
- Kurzfristige punktuelle Kooperation: Vermittlung an externe Stellen, Triage.
- Dauerhafte, begrenzte Zusammenarbeit: Z.B. mit gesetzlichen Betreuern oder Auftraggebern.
- Intensitätsstufen der Kooperation:
- Asymmetrisch-komplementär: Klare Aufgabenteilung, eine Profession führt, andere arbeiten zu.
- Additiv: "Informiertes Nebeneinander", Leistungen werden unabhängig erbracht, Austausch findet statt.
- Integrativ/Transprofessionell: Gemeinsame Fallbesprechung, Erarbeitung eines differenzierten Gesamtbildes durch Zusammenführung der Perspektiven. Dies erzeugt den größten Mehrwert.
- Kompetenzen:
- Klärung der eigenen Zuständigkeit (Abgrenzung vs. Dauerzuständigkeit).
- Initiierung und Koordination von Kooperationsprozessen (Case Management, Systemvernetzung).
- Fähigkeit, den eigenen professionsspezifischen Standpunkt im interdisziplinären Diskurs zu begründen und zu vertreten (Hochuli Freund/Stotz 2021, P116-119).
5.3 Zusammenfassung
Die Arbeitsbeziehung in der Sozialen Arbeit ist eingebettet in institutionelle Rahmenbedingungen und geprägt durch Aufgabenorientierung, zeitliche Begrenzung und strukturelle Asymmetrie. Sie erfordert von den Professionellen das Ausbalancieren widersprüchlicher Anforderungen (Nähe/Distanz, Hilfe/Kontrolle) und die Fähigkeit zur professionellen Selbstreflexion (Umgang mit Übertragung/Gegenübertragung). Es gibt keine "Technik" zur Herstellung einer Beziehung, wohl aber bedarf es einer akzeptierenden Grundhaltung und spezifischer Arbeitsprinzipien (z.B. Ressourcenorientierung). Die Kooperation auf der Fachebene ist unabdingbar zur Bewältigung komplexer Aufgaben. Sie reicht von intensiver Teamarbeit (intraprofessionell) bis zur komplexen Vernetzung mit anderen Disziplinen (interprofessionell), wobei die Soziale Arbeit oft eine koordinierende Funktion übernimmt (Hochuli Freund/Stotz 2021, P119-120).
Quellennachweis
Die in diesem Artikel verwendeten Buchzitate wurden verifiziert und dokumentiert. Für detaillierte Quellenangaben mit exakten Textstellen siehe: Evidenzdatei Kooperation