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Wilma Weiß vertritt eine traumapädagogische Sichtweise, die vom guten Grund für das Verhalten von belasteten Personen ausgeht. Dazu gehört auch die Würdigung der notwendig gewordenen Schutz- oder Bewältigungsstrategien. Dies ist nicht mit einem Gutheissen des Verhaltens gleichzusetzen. Kinder und Jugendliche sollen ihren guten Grund besser verstehen, um mehr Einfluss auf sich und ihr Leben nehmen zu können (Weiß, 2024).
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Wilma Weiß schreibt, dass häusliche Gewalt für Kinder eine starke Belastung bedeutet. Kinder verzichten oft darauf, ihre Gefühle auszudrücken, um die Mutter nicht zusätzlich zu belasten. Sie übernehmen Verantwortung, fühlen sich schuldig und haben Angst um die Mutter, um sich selbst und um die Zukunft (Weiß, 2024, S. 42).
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Weiß verweist an dieser Stelle auf Kavemann und Kreyssig (2013). Durch sie konnte ich die Auswirkungen häuslicher Gewalt genauer verstehen. Miterlebte Partnergewalt wird mit Beeinträchtigungen in Entwicklung, Beziehungsgestaltung und Selbstregulation in Verbindung gebracht. Weitere Belastungen können diese Beeinträchtigungen mitprägen, erklären sie aber nicht vollständig. Miterlebte Partnergewalt bleibt ein eigener starker Belastungsfaktor. Die Bedrohung einer engen Bezugsperson erzeugt bei Kindern erheblichen Stress, an den sie sich nicht gewöhnen (Kavemann & Kreyssig, 2013, S. 43 ff.).
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Wilma Weiß ist es wichtig, dass Verhaltensweisen und ihr guter Grund zuerst verstanden und nicht als Erstes verändert werden. Sie sagt, dass die Würdigung dieser notwendigen Schutz- und Bewältigungsstrategien Stress verringert und den Blick auf neue Handlungsmöglichkeiten öffnet. Zu sagen, dass dieses Verhalten eine normale Reaktion auf belastende Situationen ist, kann von Schuld und Scham entlasten (Weiß, 2024, S. 120–121, 142).
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Frühe Stresserfahrungen speichern sich im Körper und können sich durch Erstarren oder Dissoziation zeigen. Weiß beschreibt, dass sich Dissoziation als früherer Überlastungsschutz unter anhaltender Belastung immer wieder aktiviert. Konzentrationsstörungen und Abschweifen können Ausdruck davon sein (Weiß, 2024, S. 145–146). Weiß betont, dass belastete Kinder im Schulalltag besonders gefordert sind. Dissoziative Reaktionen werden dort leicht als Unwille gelesen. Es braucht sichere Lern- und Lebensräume, wenig Stress und keine weiteren Beschämungen (Weiß, 2024, S. 166–167).
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Transparenz und Partizipation können Erfahrungen von Ohnmacht und Willkür korrigieren. Nicht zu wissen, was mit einem geschieht, kann beängstigend sein. Kinder und Jugendliche brauchen deshalb ehrliche, durchschaubare und nachvollziehbare Entscheidungen sowie Mitbestimmung (Weiß, 2024, S. 157–159).
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