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KPG Mentor 2026-06-24 21:04:36 +00:00
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@ -5,5 +5,13 @@ title: "Fachliches und methodisches Vorgehen"
hint: "Reflektiere dein fachliches und methodisches Vorgehen über den gesamten Gestaltungsprozess. Gehe auf die Bedeutung und den Zusammenhang der einzelnen Prozessschritte ein (Zirkularität): Wo hast du Schritte wiederholt oder wäre eine Rückkehr zu einem früheren Schritt sinnvoll gewesen? Welche Theorien/Fachwissen waren wichtig — Stärken/Schwächen? Welche methodischen Zugänge haben sich bewährt? Welche Alternativen wären geeignet gewesen?"
footnote: "🔄 Zirkularität: Der KPG-Prozess ist nicht linear — Rückblick erlaubt"
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***Fachliches sowie methodisches Vorgehen inkl. Zirkularität***
Für mein fachliches Vorgehen half mir, Gedanken zuerst auszulegen und zu sortieren. Mindmaps und Notizen unterstützten mich dabei. Mir wurde bewusster, dass Journale und Berichte das Bild vom Fall mitgestalten und beeinflussen, welche Themen sichtbar werden.
Die Perspektivenanalyse war breit und anspruchsvoll auszuwerten, machte dafür aber wichtige Details sichtbar. Die Drei Häuser wirkten zuerst weniger ergiebig. Erst später erkannte ich, dass diese Methode verdeutlichte, wie stark Lenys Wünsche und Sorgen Raum einnehmen und wie wenig Platz dadurch für anderes bleibt.
Der gewählte Realitätsausschnitt half mir, mich immer wieder zu fokussieren und im Blick zu behalten, worum es in diesem Fall geht.
In der Diagnose half mir die Traumapädagogik, Lenys Verhalten nicht einseitig als Verweigerung oder fehlende Motivation zu verstehen. Der gute Grund half mir, seine Themen anders zu betrachten. Systemisches Denken half mir, das Dazwischen besser zu erkennen, zum Beispiel die Wechselwirkungen zwischen dem Familiensystem und dem Praxisbetrieb.
In der Praxis betrafen Gespräche, Rückkopplungen und neue Beobachtungen oft mehrere Prozessschritte gleichzeitig. Ich fand es herausfordernd, solche Überlagerungen schriftlich so zu ordnen, dass sichtbar blieb, welchem Prozessschritt eine Erkenntnis zugeordnet ist. Dabei ging ich wiederholt zurück, prüfte Begriffe und merkte, wie stark Sprache das Fallverstehen beeinflusst.
Im Prozess merkte ich, wie schnell im Praxisalltag Lösungsideen entstehen. Für mich wurde wichtig, mich dadurch nicht zu stark irritieren zu lassen, sondern Ideen zu notieren, zu bremsen und später wieder fachlich einzuordnen.
Ich erlebte, dass Gespräche und das gemeinsame Verstehen-Wollen bereits Wirkung haben und kleine Interventionen sind.

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@ -5,4 +5,8 @@ title: "Kooperation"
hint: "Reflektiere die klient*innenspezifische und die intra-/interprofessionelle Kooperation über den gesamten Prozess. Wo gelang die Zusammenarbeit gut? Wo gab es Schwierigkeiten? Wie wurde Multiperspektivität sichergestellt? Koproduktion: Wie wurde das Klient*innensystem aktiv beteiligt? Interprofessionell: Wie gelang die Verschränkung verschiedener fachlicher Perspektiven?"
footnote: "🤝 Kooperation und Multiperspektivität als Evaluationsdimension"
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***Klient*****innenspezifische und intra-/interprofessionelle Kooperation**\*
Leny arbeitete gerne mit, war interessiert und neugierig. Ich beobachtete, dass die Arbeit mit ihm etwas auslöste. Beteiligung zeigte sich in Reaktionen, kurzen Aussagen und Fragen, die später wieder auftauchten. In späteren Prozessschritten begrenzten Abwesenheiten und Belastungen seinen Einbezug. Weil viel Vertrauen da war, konnte ich auch in dieser Phase punktuell mit ihm weiterarbeiten.
Bei der Kindsmutter zeigte sich mir eine Grenze meines Einflussbereichs. Sie ins Boot zu holen gelang punktuell, oft aber auch nicht. Gleichzeitig sehe ich sie als Teil eines belasteten Systems. Ihr Nicht-Erreichbar-Sein gehört deshalb zum Fall und lässt sich nicht einfach als fehlende Kooperation bewerten. Ich nahm dies bewusst nicht weiter in den Realitätsausschnitt auf, weil der Fall dadurch noch komplexer geworden wäre.
Weil die Kooperation nicht mit allen Beteiligten gleich möglich war, wurde die Fachebene für mich besonders wichtig. Unterschiedliche Deutungen waren für mich nicht immer einfach. Mir halfen Supervision, Gespräche mit Teammitgliedern und Kinderbesprechungen, genauer hinzuschauen, andere Sichtweisen zu verstehen und zu lernen, dass ich sie nicht einfach übernehmen muss. Bilder und Film unterstützten die Kooperation, weil sie gemeinsame Bezugspunkte boten.

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@ -5,5 +5,10 @@ title: "Eigene Rolle als Fachperson"
hint: "Reflektiere deine eigene Rolle als Fachperson: professionelle Haltung, Werte, Nähe-Distanz-Verhältnis, Umgang mit Ungewissheit und Macht. Wo bist du an Grenzen gestossen? Was hat dich persönlich herausgefordert? Haben sich deine Werte und Haltungen im Prozess verändert, bestätigt oder differenziert? EPG-Leitfrage: «Wie ist es mir gelungen, meine Rolle als Fachperson zu gestalten?»"
footnote: "🧑‍🏫 Eigene Rolle, Werte und Haltungen als Fachperson reflektieren"
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***Eigene Rolle als Fachperson***
Die Nähe zum Fall forderte mich. Ich arbeitete mit meinem Bezugskind, war am Alltag beteiligt und dokumentierte gleichzeitig als Studentin einen fachlichen Prozess. Ich erlebte mich selbst als Teil des Systems.
Manche Themen berührten eigene Erfahrungen. Wenn ich das nicht bemerkte, konnte es mein Verständnis für andere Sichtweisen einschränken. Deshalb brauchte ich Reflexionsräume, um eigenes Erleben und persönliche Betroffenheit einzuordnen. Für meine Rolle wurde wichtig, diese Betroffenheit wahrzunehmen, ohne sie ungeprüft in den Prozess einfliessen zu lassen.
Mir war wichtig, schwierige Inhalte mit Leny oder über sein Herkunftssystem so zu besprechen, dass ich nichts beschönige, sein Herkunftssystem nicht abwerte und keine zusätzliche Scham auslöse. Bilder und Film halfen mir dabei, schwierige Inhalte zu verdichten und verständlicher zurückzugeben.
Für mich selbst war der kreative Arbeitsstil zusätzlich hilfreich, weil ich Inhalte beim Entwickeln von Bildern und Film verdichten musste. Dadurch wurde mir klarer, was ich eigentlich vermitteln wollte.

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@ -5,5 +5,8 @@ title: "Konsequenzen und zentrale Erkenntnisse"
hint: "Formuliere mögliche Konsequenzen und zentrale Erkenntnisse: Was würdest du beim nächsten Mal anders machen? Was hat sich bewährt? Welche Erkenntnisse nimmst du für dein weiteres professionelles Handeln mit? Gibt es einen Fallabschluss oder Weiterführung? Es geht um eine Gesamtschau und die Frage, was gelernt werden kann."
footnote: "💡 Gesamtbeurteilung: Schwierigkeiten, Rückblick, Transfer und Lernen"
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***Mögliche Konsequenzen und zentrale Erkenntnisse***
Ich nehme mit, dass KPG mir hilft, mein Handeln bewusster zu prüfen und zu begründen. Sie hilft mir, zu suchen, zu prüfen, zu beteiligen und Entscheidungen zu begründen. Dadurch wird mein fachliches Handeln weniger zufällig und schützt vor vorschnellen oder willkürlichen Lösungen.
Im Prozess stellte ich Fragen, die auch im Team auf Interesse stiessen. Dabei wurde sichtbar, dass wir Zielbegriffe im Alltag unterschiedlich verwenden und verstehen. Damit werden wir uns im Team vertiefter auseinandersetzen.
Ich erlebte KPG in der Arbeit mit Leny als hilfreiches Modell und habe den Eindruck, dass der Prozess für ihn einen Mehrwert hatte. Diese Erfahrung bestärkt mich darin, nach machbaren Wegen zu suchen, wie ich die einzelnen Prozessschritte von KPG in meinem beruflichen Alltag für mich nutzbar machen kann.