Setzt Korrekturrunde 2 bis Kapitel 3.1 um
This commit is contained in:
parent
23fbdaf5b0
commit
4b4d20f9c5
@ -7,7 +7,7 @@ footnote: "📝 Einleitung rahmt die Arbeit — Aufgabe, Ziel, Vorgehen, Datensc
|
||||
---
|
||||
# Aufgabenstellung
|
||||
|
||||
Im Rahmen meines Studiums Sozialpädagogik HF Flex an der Agogis verfasse ich diese Facharbeit als promotionswirksamen Kompetenznachweis „Exemplarische Prozessgestaltung (EPG)". Meine Aufgabe ist es, die ersten fünf Prozessschritte der Kooperativen Prozessgestaltung (KPG) anhand einer Praxissituation aus meinem Betrieb durchzuführen und zu dokumentieren. Grundlage bildet das Lehrbuch *Kooperative Prozessgestaltung in der Sozialen Arbeit* von Hochuli Freund und Stotz (2021).
|
||||
Ich schreibe diese Facharbeit im Studium Sozialpädagogik HF Flex an der Agogis als promotionswirksamen Kompetenznachweis „Exemplarische Prozessgestaltung (EPG)". Meine Aufgabe ist es, die ersten fünf Prozessschritte der Kooperativen Prozessgestaltung (KPG) anhand einer Praxissituation aus meinem Betrieb durchzuführen und zu dokumentieren. Grundlage bildet das Lehrbuch *Kooperative Prozessgestaltung in der Sozialen Arbeit* von Hochuli Freund und Stotz (2021).
|
||||
|
||||
|
||||
# Übersicht über die einzelnen Kapitel
|
||||
@ -27,7 +27,7 @@ In meinem Praxisbetrieb, einem stationären Sonderschulheim, arbeite ich als Soz
|
||||
|
||||
# Begründung der Fallauswahl
|
||||
|
||||
Bei Leny lassen sich im Alltag wiederholt ähnliche Verhaltensmuster beobachten. Diese werden im Team unterschiedlich interpretiert und erklärt. Leny ist offen für eine Auseinandersetzung mit sich. Deshalb eignet sich der Fall gut, um seine Situation im Rahmen der KPG genauer anzuschauen und für die weitere Förderplanung besser zu verstehen.
|
||||
Bei Leny lassen sich im Alltag wiederholt ähnliche Verhaltensmuster beobachten. Diese werden im Team unterschiedlich interpretiert und erklärt. Leny ist offen für eine Auseinandersetzung mit sich. Lenys Situation eignet sich dafür, sie mit KPG genauer anzuschauen und die weitere Förderplanung zu präzisieren.
|
||||
|
||||
|
||||
# Persönlichkeits- und Datenschutz
|
||||
|
||||
@ -21,7 +21,7 @@ Seither lebt Leny bei seiner Mutter. Aus Akten, Gesprächen mit der Kindsmutter,
|
||||
|
||||
Leny ist in ein grosses familiäres und freundschaftliches Netzwerk eingebunden. Er erzählt häufig, was er mit Verwandten und Freunden unternimmt. Die Grosseltern mütterlicherseits leben in unmittelbarer Nähe und leisten viel Entlastungsarbeit im Familienalltag. Auch die Geschwister der Kindsmutter sind wichtige Bezugspersonen für Leny. Zu einer Tante väterlicherseits hat er ebenfalls stabilen Kontakt und verbringt dort immer wieder Ferien. Leny hat viele Freunde. Viele dieser Freundschaften bestehen seit früher Kindheit. Während der Woche vermisst er diese zeitweise.
|
||||
|
||||
Nach der Rückkehr in die Schweiz besuchte Leny den Kindergarten. Die Kindsmutter beschreibt diese Zeit als schwierig. In der öffentlichen Primarschule wurde er als beliebtes Klassenmitglied beschrieben. Es zeigte sich eine schulische Überforderung (siehe Abschnitt Auftrag). Im Unterstützungsprozess wurde der Kindsmutter eine Platzierung von Leny nahegelegt, damit er sich entlasten und altersgemäss entwickeln kann. Dies gelang bis heute nur teilweise. Seit Anfang 2025 lebt Leny im Wocheninternat.
|
||||
Nach der Rückkehr in die Schweiz besuchte Leny den Kindergarten. Die Kindsmutter beschreibt diese Zeit als schwierig. In der öffentlichen Primarschule wurde er als beliebtes Klassenmitglied beschrieben, war schulisch jedoch überfordert (siehe Abschnitt Auftrag). Im Unterstützungsprozess wurde der Kindsmutter eine Platzierung von Leny nahegelegt, damit er sich entlasten und altersgemäss entwickeln kann. Dies gelang bis heute nur teilweise. Seit Anfang 2025 lebt Leny im Wocheninternat.
|
||||
|
||||
Im Praxisbetrieb lebte sich Leny rasch ein und schloss Freundschaften. Zu Beginn wurden positive Entwicklungen wahrgenommen, nach den Sommerferien teilweise wieder Rückschritte. In der Förderplanung verschob sich der Fokus im Verlauf von Ordnung über Aufmerksamkeit und Präsenz hin zur Orientierung im Tages- und Wochenablauf.
|
||||
|
||||
@ -31,14 +31,14 @@ Leny ist Anfang dieses Jahres 12 Jahre alt geworden. Er ist ein Junge mit alters
|
||||
|
||||
Die Kindsmutter beschreibt Leny in Gesprächen als herzlich und gutmütig. Im Alltag auf der Wohngruppe fallen dem sozialpädagogischen Team seine Freundlichkeit und sein Humor auf. In 1:1-Situationen gelingt die Zusammenarbeit mit Leny gut, und er geniesst diese Settings. Er hilft gerne mit, etwa in der Küche, und setzt in freien Förderstunden kreativ eigene Ideen um. Leny verfügt über ein gutes Körperbewusstsein und lernt Bewegungsabläufe schnell, zum Beispiel beim Skifahren oder Fechten. Neuem begegnet er offen und neugierig. Konflikte mit anderen Kindern kann er teilweise selbständig klären.
|
||||
|
||||
Die Kindsmutter berichtet, dass Leny auf Appelle häufig nicht reagiert. Lehrpersonen beschreiben weiterhin Konzentrationsschwierigkeiten und einen erhöhten Begleitbedarf im Unterricht. Im Alltag zeigt sich, dass Leny rasch den Überblick verliert, Dinge vergisst und klare Anleitung braucht. Leny selbst sagt in solchen Situationen häufig "ich weiss nicht" oder "ich habe es vergessen". Bei Konflikten zieht er sich eher zurück. Er äussert zudem, dass er "Ämtli" nicht gerne erledigt. Wut und andere belastende Gefühle zeigt er kaum und lehnt es teils auch ab, ihnen Ausdruck zu geben.
|
||||
Die Kindsmutter berichtet, dass Leny auf Appelle häufig nicht reagiert. Lehrpersonen beschreiben weiterhin Konzentrationsschwierigkeiten und einen erhöhten Begleitbedarf im Unterricht. Im Alltag verliert Leny rasch den Überblick, vergisst Dinge und braucht klare Anleitung. Leny selbst sagt in solchen Situationen häufig "ich weiss nicht" oder "ich habe es vergessen". Bei Konflikten zieht er sich eher zurück. Er äussert zudem, dass er "Ämtli" nicht gerne erledigt. Wut und andere belastende Gefühle zeigt er kaum und lehnt es teils auch ab, ihnen Ausdruck zu geben.
|
||||
|
||||
# Gegenwärtige Situation
|
||||
|
||||
Im Alltag zeigt sich bei Leny weiterhin Vergesslichkeit und wenig Orientierung im Tages- und Wochenablauf. Er vergisst Absprachen, Gegenstände oder Aufträge und übernimmt Verantwortung oft erst nach klarer Aufforderung. Aufgaben gibt er rasch ab oder benötigt klare Anleitung. Obwohl ich in der Förderplanung gezielt an seiner Orientierung im Tages- und Wochenablauf arbeite, greift dies im Alltag bisher nur begrenzt. Die Abläufe werden für ihn noch nicht zur Routine. Leny selbst zeigt sich in solchen Situationen meist wenig beeindruckt. Er wirkt daran gewöhnt und reagiert höchstens genervt darauf, dass wir ihn wiederholt daran erinnern. Im Austausch mit Teammitgliedern zeigt sich, dass diese Situationen unterschiedlich wahrgenommen werden. Wenn Leny etwas vergisst, nicht reagiert oder Aufträge nicht umsetzt, wird dies teils als Überforderung und fehlende Orientierung verstanden. Teils entsteht auch der Eindruck, dass er Anforderungen bewusst ignoriert.
|
||||
Im Praxisbetrieb sind Vergesslichkeit und wenig Orientierung im Tages- und Wochenablauf fast täglich sichtbar. Er vergisst Absprachen, Gegenstände oder Aufträge und übernimmt Verantwortung oft erst nach klarer Aufforderung. Aufgaben gibt er rasch ab oder benötigt klare Anleitung. Obwohl ich in der Förderplanung gezielt an seiner Orientierung im Tages- und Wochenablauf arbeite, greift dies bis jetzt nur begrenzt. Die Abläufe werden für ihn noch nicht zur Routine. Leny selbst zeigt sich in solchen Situationen meist wenig beeindruckt. Er wirkt daran gewöhnt und reagiert höchstens genervt darauf, dass wir ihn wiederholt daran erinnern. Diese Situationen werden von den Fachpersonen im Praxisbetrieb unterschiedlich wahrgenommen. Wenn Leny etwas vergisst, nicht reagiert oder Aufträge nicht umsetzt, wird dies teils als Überforderung und fehlende Orientierung verstanden. Teils entsteht auch der Eindruck, dass er Anforderungen bewusst ignoriert.
|
||||
|
||||
Zudem erlebt Leny immer wieder Heimweh. Er äusserte kürzlich, dass ihn dieses Gefühl belastet und er daran arbeiten möchte. Gleichzeitig beschäftigt ihn seine schulische Zukunft. Er war enttäuscht, nicht in seine alte Klasse zurückkehren zu können, und äussert inzwischen, dass er sich ein weiteres Bleiben vorstellen kann. Die Perspektive ist derzeit weiterhin offen. Ein Junge, zu dem er auf der Wohngruppe eine sehr enge Freundschaft hatte, ist kürzlich ausgezogen. Seither zeigt sich, dass Leny wieder mehr Kontakt zu den anderen Kindern auf der Wohngruppe sucht. Lenys Sorgen um die Situation zuhause nehmen wieder zu, da die Paarbeziehung der Kindsmutter erneut belastet ist. Kürzlich sagte mir Leny, dass er sich um seine Mutter sorge und das Gefühl habe, dass es ihr nicht gut gehe.
|
||||
Leny pflegt Freundschaften mit anderen Kindern der Wohngruppe und beteiligt sich sichtbar am Gruppengeschehen. Seit Beginn dieser Arbeit beschäftigt Leny die Frage, wo er nach den Sommerferien zur Schule gehen wird und wo er wohnen wird. Seine Haltung dazu wechselt zwischen Bleiben-Wollen und unbedingt Gehen-Wollen. Auch zuhause erlebt Leny wechselhafte Phasen. Manchmal ist es ruhiger, dann entstehen wieder neue Belastungen in der Paarbeziehung der Kindsmutter. Er sagt mir, wenn er das Gefühl hat, dass es seiner Mutter nicht gut geht. Leny hat immer wieder Heimweh. Kürzlich sagte er, dass ihn dieses Gefühl belastet und er daran arbeiten möchte.
|
||||
|
||||
# Vorläufige Themen
|
||||
|
||||
Wenn ich die Situationsbeschreibung wie ein Bild betrachte, kommen einige Themen besonders deutlich in den Vordergrund. So würde ich vorläufig folgende Themen beschreiben: Lenys Vergesslichkeit fällt in allen Bereichen auf. Die Orientierung im Tages- und Wochenablauf ist beinahe täglich ein Thema. Auch sein Umgang mit Anforderungen zeigt sich wiederholt und wird im Team unterschiedlich wahrgenommen. Ebenso zeigen sich Heimweh und emotionale Belastung im Zusammenhang mit seiner aktuell noch ungeklärten schulischen Perspektive sowie der belasteten Situation zuhause. Diese Themen erachte ich als lohnend, im nächsten Kapitel weiter zu vertiefen.
|
||||
Wenn ich die Situationsbeschreibung wie ein Bild betrachte, erkenne ich folgende vorläufige Themen, die ich im nächsten Schritt vertieft betrachten möchte: Lenys Vergesslichkeit fällt in allen Bereichen auf. Die Orientierung im Tages- und Wochenablauf ist beinahe täglich ein Thema. Sein Umgang mit Anforderungen zeigt sich wiederholt. Heimweh und Sorgen um seine Mutter beschäftigen Leny.
|
||||
|
||||
Loading…
Reference in New Issue
Block a user