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Die Unterstützung geschieht im direkten, alltäglichen Kontakt und erfordert eine personenzentrierte Haltung (Carl Rogers 1959), die aus drei zentralen Fähigkeiten oder Grundsätzen besteht:
- Die Achtung vor dem Kind, die von Wertschätzung und Respekt getragen ist.
- Die Bezugsperson lässt sich mit ihrem Kopf und ihrem Herzen auf die Persönlichkeit des Kindes ein und sucht eine Basis, von der aus sie vorbehaltlos „Ja“ zu ihm sagen kann.
- Die Echtheit des Beziehungsangebotes. (vgl. auch Senckel 2007, S. 65 ff.). Bindungsinhalte können allgemein kognitiv in Geschichten bearbeitet werden. Auch direktes Thematisieren von Bindungsinhalten hat sich als hilfreiche Unterstützung erwiesen. In Gruppen oder im Einzelkontakt werden Bezugspersonen in der Familie und außerhalb benannt und bewertet: Wie werden die Verbindungen empfunden, welche Kontakte tun mir gut, welche nicht, bei wem fühle ich mich sicher, wem würde ich alles erzählen, wem auf keinen Fall?
7.3
Die Verantwortung der Pädagog*innen und der Einrichtung
Weil eine exklusive Beziehung für die Kinder und Jugendlichen der Transmissionsriemen zwischen Herkunft und Zukunft und die Grundlage zur Selbstbemächtigung ist, fordert dies die Pädagoginnen und Einrichtungen heraus. Die von Onno van der Hart beschriebene extreme Einsamkeit erleben viele lebensgeschichtlich belastete Kinder. Häufig sind sie hochunsicher-desorganisiert oder vermeidend gebunden (Schleiffer 2009). Ihre zerstörerischen Bindungserfahrungen bewältigen sie mit einer erhöhten Dissoziationsneigung (Weiß/Friedrich/Ding/Picard 2014). Dies zu unterbrechen ist nur möglich, wenn die Pädagoginnen Grundkenntnisse der Bindungstheorie haben und zur Reflexion des eigenen Bindungsmodells, vor allem seine Auswirkungen auf ihr berufliches Handeln, bereit sind. Für Judith L. Herman (1993, S. 183 ff.) sind die Persönlichkeitsstärkung der traumatisierten Person, gleichzeitig