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231 der ganz privaten Geschichte Platz haben sollte. Mit welchen Regeln und Riten von Männlichkeit sind sie in ihren Peergroups konfrontiert? Welche konkreten Männer- und Frauenbilder haben Philipp, Michael und Martin? Ein zentraler Anspruch geschlechtsbewussten pädagogischen Handelns besteht darin, den Jungen soziale Spielräume zur Verfügung zu stellen, die das Ausprobieren einer alternativen Männlichkeit ermöglichen. Wenn die Jungen sich den gängigen Männlichkeitsbildern entziehen und in ihren Peergroups wenig Anerkennung erhalten, geben sie vielleicht eine alternative Männlichkeit auf oder sie ziehen sich in ihre Wohngruppe zurück. Ein offener Diskurs über Männlichkeit kann durch die Weitergabe von Wissen über Geschlechter, Thematisieren von Rollenverhalten und biografischem Arbeiten die Jungen in ihrer Auseinandersetzung mit Männlichkeit unterstützen und ihnen helfen, andere Positionen nach außen zu vertreten.

Weitere Themen der Jungenarbeit sind Benachteiligung (arme Jungen, Jungen als Verlierer), Arbeit mit Migrantenjungen, Berufsund Lebensplanung und Jungengesundheit (Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen SOWIT). Themen der Jungengesundheit sind Fitness, Leistungsfähigkeit, Beruf, Sexualität, Alkohol, Übergewicht, Bodybuilding. Die Gesundheitsressourcen der Jungen sind u. a. Unbekümmertheit, gesunder Selbstbezug, Aufgabenbeziehungen und Sport. In der Jungenarbeit sind zahlreiche erfolgreiche Wege mit vielfältigen Methoden begangen worden, sie kann selbstverständlich, normal und einfach werden. Weil sich das Verständnis von Geschlecht in den letzten Jahren verändert hat, greifen die Zuordnungskategorien männlich/weiblich in der Pädagogik zu kurz. Die Anerkennung einer Vielfalt von Geschlechtern erfordert die Reflexion von Genderzuschreibungen ohne die Mädchen und Jungenarbeit als Grundpfeiler zu vernachlässigen (Wallner 2016: http://www.sgbviii.de/files/SGB%20 VIII/PDF/S187.pdf, Abfrage 01.09.2023).