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64 → Beeinträchtigte Entwicklungskompetenzen: Schwierigkeiten im Vollenden von Entwicklungsübergängen, Schwierigkeiten im Entwickeln von sozialen und anderen Fertigkeiten → Die Entwicklung traumaspezifischer Erinnerungen: Rückblenden, Alpträume, die traumatische Übertragung
Die Auswirkungen berühren wesentlich das Selbstbild der Kinder: ‚Wer bin ich eigentlich?‘, ihre Beziehungsfähigkeit: ‚Was schwer zu lösen ist‘ und ihr Verhalten und die Erinnerungsebenen: ‚Jedes Verhalten hat seinen Grund.‘
3.1
Wer bin ich eigentlich?
„Wer ein chronisches Trauma erlitten hat, fühlt sich unwiderruflich anders oder verliert jegliches Gefühl für sich selbst“, so Herman (1993, S. 122). Traumatische Erfahrungen beeinflussen die Herausbildung von Stilen im Umgang mit sich selbst, mit anderen und der Umwelt, sie beeinflussen den Entwicklungsprozess des SelbstKonzeptes. Genau das fühlt Philipp, als er seine Bezugserzieherin Anja fragt: „Wer bin ich eigentlich?“. Wenn Mädchen und Jungen massive Angriffe auf den Körper und auf ihre Seele überstehen müssen, können sie weder ein positives Selbstbild noch den Glauben an ein eigenständiges Selbst entwickeln. Ihnen fehlt weitgehend die Erfahrung von Kompetenz und Akzeptanz. Sie haben es schwer, ein Gefühl des inneren Zusammenhaltes zu entwickeln. Möglicherweise sind sie gezwungen, sich durch Dissoziieren vor zu viel Emotionen und Köperwahrnehmungen zu schützen. Sie spalten ihre Gefühle ab, sie fühlen wenig bis nichts. Sie sehen sich von außen oder die Welt verschwimmt. Durch die Aufspaltung verschiedener Selbstanteile schaffen sie sich dann eine innere Wirklichkeit, in der trotz anhaltender Traumatisierung ein emotionales Überleben möglich ist. Wenn sich die dissoziative Reaktion verfestigt und einschleift, entwickeln sie ein zersplittertes Selbst, sie haben kein zusammenhängendes kohärentes Selbsterleben (hierzu Ursula Gast 2005). „Je durchschlagender jedoch das Trauma war“, so Annette Streeck-Fischer (2006, S. 108), „[…] umso