2026-001/documents/theory/diagnostics/philipp-sucht-sein-ich/pages/297.md

1.6 KiB
Raw History

297 Wahrnehmen und Ausagieren der beeinträchtigenden Gefühle Regenerieren durch körperliche Aktivitäten Urlaub und häufiger Umgebungswechsel Gegengewicht zur Arbeit mit solch gravierender Schwere wie Lehren, Schreiben, Tätigkeitswechsel Darauf achten, sich privat und beruflich nicht zu überlasten Physische Selbstsorge, Schlaf, Ernährung, Bewegung Schöne Umgebung Kreativer Ausdruck Entspannung, Naturkontakt, Meditation Gute Beziehungen

Professionelle Netzwerke und Entspannungs- und Freizeitmöglichkeiten können zusätzlich zur Stressabfuhr genutzt werden.

15.4 Sinnstiftung Die Berufsbindung der im Rahmen meiner Studie befragten Pädagoginnen hatte trotz oder vielleicht wegen eines sehr hohen Einflusses auf das Privatleben nicht nachgelassen (Weiß 1999). Sie hatten sich die Fähigkeit zur Empathie erhalten. Sie sahen Sinn in ihrer Arbeit. Alle wollten in der Heimerziehung bleiben, diese zwar verändern, aber bleiben. Zumindest haben die Pädagoginnen mit hoher Verweildauer in der Heimerziehung und hoher Arbeitszufriedenheit Beruf und Privatleben sehr bewusst verbunden. Die darin enthaltene Sinnstiftung scheint so hoch zu sein, dass die Pädagog*innen die Belastungen auch als Bereicherung empfinden. Dies untermauert Wolf, der Heimerziehung als ein Feld sieht, in dem der zunehmende Bedeutungsverlust der Berufsarbeit durch die Chance zur Bedürfnisbefriedigung und Wertrealisierung verhindert oder verlangsamt wird (Wolf 1999, S. 194). Diese Sinnstiftung kann auch als Korrektiv zu einem Gefühl der Sinnleere, das Viktor Frankl ein existenzielles Vakuum nennt, begriffen werden. Wenn wir eine