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237 Inhalte Sexueller Bildung – Vermittlung von Grundwissen über mögliche Retraumatisierungen – unterschiedlichen Formen von Sexualität – Entwicklungsaufgaben in der Pubertät – Vermittlung der Regel: Kein Handeln auf Kosten anderer – Entwicklung sexueller Selbstbestimmung – Individuelle Unterstützung für Mädchen und Jungen, die Sexualität bevorzugt in der Opferrolle leben – Individuelle Unterstützung für Mädchen und Jungen, die sexuell grenzüberschreitend agieren
Sexuelle Bildung bedeutet auch Offenheit, wenn schwierige sexuelle Erfahrungen eine Begleitung brauchen. Nicht nur für die Prävention von Reviktimisierungen „[…] ist erforderlich, dass diese Jugendlichen ein Verständnis der Bedeutung von Intimität entwickeln und verstehen, wie Gewalt sich von Liebe unterscheidet und sich Strategien für ein Vermeiden von Gewalt und Ausbeutung in Beziehungen erarbeiten.“ (Kavemann et al. 2016, S. 165) Gerade in der schwierigen Phase der Pubertät müssen Mädchen und Jungen diese Unterstützung zur Erarbeitung eines selbstbestimmten Lebensentwurfes bekommen. „Erforderlich sind eine Offenheit, die den Mädchen und Jungen ermöglicht, mit Erziehenden über sexuelle Erfahrungen zu sprechen, und eine alters- und zeitgemäße Information über Sexualität.“ (ebd., S. 58). So könnte es ein Weg sein, im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und emanzipativer Sexualpädagogik Regeln über sexuelles Leben mit den Jugendlichen, z. B. in den Heimräten auszuhandeln. Und noch etwas ist zu beachten: Für viele Mädchen und Jungen aus Kriegs- und Armutsgebieten bedeutet die Ankunft in Europa der erste Kontakt mit Wissensvermittlung durch Sexualpädagogik. Reden über Sexualität muss geübt, ihre Zurückhaltung über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen, respektiert werden. Möglicherweise z. B. kommen sie aus einem Land, in dem Homosexualität mit Todesstrafe belegt wurde.