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277 Tabelle 2: Bindungsfallen (nach Schleiffer 2009) Bindungsabwertend
Bindungsverstrickt
– Diese Kränkung kann die Reflexionsfähigkeit des/der Pädagogin erschweren. – In Folge solcher Erfahrungen besteht die Gefahr, dass der/die Pädagogin bindungsrelevante Situationen zukünftig meidet (bindungsvermeidendes Gegenagieren). – Das Kind kann sich in seiner Projektion bestätigt fühlen. – Bindungsvermeidung manifestiert sich bei Kind und Pädagog*in.
– Das unsicher ambivalente Verhalten überträgt sich auf die/den Pädagogin. – Bei den Pädagoginnen können sich Gefühle von Nähe und Mitleid mit Gefühlen von Wut und Zurückweisung abwechseln. – Verstrickung entsteht, wenn der/ die Pädagogin versucht, Distanz zu gewinnen, und das Kind in genau diesem Moment verstärkt Nähe sucht. – Dieses Hin und Her von Nähe und Zurückweisung zwischen Kind und Pädagogin kann sich bis zur Eskalation aufschaukeln.
Menschen, die viel Ohnmacht erlebt haben und in dieser stecken, laden zu Retterfantasien ein, z. B. dem impertinent liebenden Menschen (s. o.) oder den, der es schon richtet. Diese Retterfantasien sind ja noch zu reflektieren. Als ungleich schwieriger erlebe ich dies im Kontext der Begleitung minderjähriger Flüchtlinge, die in extremen Maße Erfahrungen von Diskriminierung, Schikanen von Behörden, also Machtlosigkeit ausgesetzt sind. Hier immer von angemessener Wut und Verstrickung oder Überidentifizierung unterscheiden zu müssen, ist eine extreme Anforderung. Diese darf nicht den Blick auf den gesellschaftlichen Rahmen und die Notwendigkeit seiner Veränderung verstellen (Brandmaier/Ottomeyer 2016).
Die tabuisierten Gegenreaktionen
Scham oder falsch verstandene Berufsethik verhindern häufig die Erörterung von tabuisierten Gegenreaktionen wie Aggression und sexuelle Erregung. Um diese belastenden Gefühle nicht durch Aussprechen auch noch zu zementieren, ist die Neigung groß, diese Gegenreaktionen zu ignorieren, zu bagatellisieren oder umzudeuten.