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Körper und die Erfahrung von fremdbestimmter Verfügbarkeit thematisieren können, wenn sie denn wollen. Sexuelle Bildung nicht nur vor dem Hintergrund von Gewalterfahrungen bedeutet dreierlei:  Schädigende Normen zu korrigieren Die Entwicklung von positivem Sexualverhalten zu ermöglichen Individuelle Handlungsoptionen gegen Grenzüberschreitungen zu entwickeln.

Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen hatten selten die Gelegenheit, Handlungsstrategien und Verhaltensweisen zu entwickeln, die ihnen ein autonomes und selbstbestimmtes Ausgestalten ihrer Sexualität eröffnen. Die klassischen Ziele der Sexualpädagogik wie Erziehung zur Liebesfähigkeit, unbefangenes Entdecken des eigenen Körpers, Einrichten einer persönlichen Intimsphäre und der Schamgrenzen etc., Entfaltung der eigenen Sexualität müssen aufgrund der erfahrenen Traumata ergänzt werden. Bei vielen Mädchen und Jungen in der Jugendhilfe sind die sexuellen Normen verwirrt, das Körpergefühl ist beeinträchtigt, die Intimsphäre mit Gewalt durchbrochen, Sexualität fremdbestimmt. Einige mussten Vergewaltigungen ihrer Mütter miterleben. Sie haben in massiver Form die Koppelung von Sexualität, insbesondere männlicher Sexualität mit körperlicher Gewalt erfahren. Ihre Mütter erlebten sie eher als Opfer, als Frauen, die körperliche Selbstbestimmung nicht leben können. Die vor diesem Hintergrund entstandene sexuelle und geschlechtliche Verwirrung bedarf einer Korrektur durch die Vermittlung von Wissen über Sexualität und über den Unterschied von erwachsener und kindlicher Sexualität. Notwendig ist ein Raum, indem sie ihre bisherigen Erlebnisse thematisieren können. Mit Unterstützung von geschlechtergetrennter Körperarbeit können sie beginnen, ein von Anderen unabhängiges Verhältnis zum eigenen Körper und eine (sexuelle) Selbstbewusstheit zu gewinnen.